Eine Weihnachtsgeschichte

Jetzt wurden auf diesem Blog das ganze Jahr über so viele Diskussionen geführt, so viele Gedanken gedacht, so viel *Erkenntnis* versprüht und gewonnen, dass ich heute mal einfach eine Geschichte erzählen will. Eine Weihnachtsgeschichte sozusagen. Schließlich kommt Rettung drin vor. Und gütige Hilfe in bester Absicht.


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Neues zum Plötzlichen Kindstod (SIDS)

Eltern eint immerhin eine Erfahrung. Wird ihr Baby müde, so passiert eine Gemeinheit: als werde ein unsichtbares Gummi angespannt, zieht es das Baby auf einmal mit Macht zu seiner wichtigsten Vertrauensperson. Sein “Bindungssystem wird aktiviert”, wie die Entwicklungspsychologie sich ausdrückt. Es will kuscheln, sagen die einen Eltern. Es hat möglicherweise eine Schlafstörung, mutmaßen die anderen.

Immerhin kann die Verhaltensforschung den Grund für dieses seltsame Verhalten benennen: über 99% der menschlichen Geschichte hätte ein Baby, das ohne Protest einfach alleine eingeschlafen wäre, den nächsten Morgen nicht erlebt. Es wäre von Hyänen verschleppt oder bei einem nächtlichen Temperatursturz unterkühlt worden. Und weil das Betriebssystem der Kinder nicht mit jeder Generation neu formatiert wird, suchen leckere kleine Menschenkinder bis heute die Nähe eines vertrauten Erwachsenen, wenn sie müde werden.

Und damit beginnt das Problem vieler Eltern. Darf ein Säugling denn überhaupt im Bett seiner Eltern schlafen? Oder droht ihm dort vielleicht – der Plötzliche Kindstod?

Diese Frage treibt Eltern nun schon seit Jahrzehnten um, und sie wird bis zu diesem Tag auch unter Wissenschaftlern, Kinderärzten, Hebammen und Stillberaterinnen heiß und kontrovers diskutiert.

Jetzt liegt dazu eine neue Studie des Britischen Kindstod-Forschers Peter Blair vor, und sie ist in mancherlei Hinsicht bemerkenswert. Denn sie beruht zum einen auf  sehr guten, aktuellen Daten. Und sie setzt zum zweiten direkt an der wohl wichtigsten Frage der Eltern an, nämlich: schläft unser Baby gefahrlos im Elternbett, wenn wir bestimmte Risiken vermeiden, wie etwa Rauchen oder Alkoholkonsum?

Und die Studie kommt, zum Dritten, zu einer eindeutigen Antwort: werden die bekannten Risikofaktoren vermieden, so ist das Schlafen mit einem Baby unbedenklich.

Der Stand der Debatte

Bevor ich mich aber näher zu der Studie äußere, will ich kurz auf die Debatte rund um das geteilte Elternbett (in der Fachliteratur auch bed sharing oder co-sleeping genannt) in Deutschland eingehen. Denn sie ist ebenfalls bemerkenswert, in mehrererlei Hinsicht.

  • Zum einen stehen in der Diskussion weniger die Informationen im Vordergrund als vielmehr die Emotionen. “Die meisten Mütter kennen die Situation”, heisst es etwa bei Spiegel online. “Das Baby wacht nachts auf und will trinken. Die Mutter nimmt es zu sich, stillt, beide schlafen ein. Das passiert, weil die Übermüdung groß ist, weil die körperliche Nähe das Kind beruhigt, weil es einfach schön ist. Und es passiert, obwohl mittlerweile viele Eltern wissen, dass ihr Kind ein größeres Risiko für den plötzlichen Kindstod hat, wenn es mit ihnen in einem Bett schläft.” Welch grauenhafte Vorstellung: Einmal seinem Herzen folgen – und schon ist es passiert!
  • Anders als etwa in Großbritannien oder der Schweiz gibt es in Deutschland für Eltern von ärztlicher Seite kaum Unterstützung, die ihr Kind bei sich im Bett schlafen lassen wollen. Während  die Schlafempfehlungen bei Unicef UK oder bei der Schweizerischen Gesellschaft für Pädiatrie auch Ratschläge zum sicheren Elternbett enthalten, liegt die Informationshoheit in Deutschland oft bei privaten Vereinen, wie etwa der Babyhilfe Deutschland, die sich in Elternmagazinen unter der Rubrik “Sicher und Geschützt” dann etwa so zu Wort meldet: “Kinder, die in den ersten drei Monaten im Elternbett schlafen, haben ein 20-fach erhöhtes SIDS-Risiko.” Eltern können solche Aussagen weder einordnen (ist das belegt?) noch überprüfen (woher stammt die Information?).
  • Zum Dritten scheint die Debatte um den “sicheren” Schlafort in Deutschland durch eine weitere, ebenfalls emotionale Frage befrachtet – die Frage nach dem “richtigen” Schlafort. Für viele in Deutschland tonangebende Experten, wie etwa die Psychologin und Autorin Annette Kast-Zahn (“Jedes Kind kann schlafen lernen”), gehören Babys ins eigenes Bettchen – das sei Teil einer Erziehung zur Eigenständigkeit. In wieder anderen Kreisen gilt das Schlafen mit einem Baby sogar als “Verwöhnung”. Eltern, denen das geteilte Elternbett als normaler, wünschenswerter Teil des Familienlebens erscheint, sind damit in einer echten Klemme: die öffentliche Diskussion und Expertenmeinung wird oft von denen dominiert, die ihrem eigenen Lebensstil als Familie ablehnend gegenüber stehen – und die mit dem “Sicherheitsargument” dann doch das gewichtigste Wort für sich in Anspruch nehmen. Auch Annette Kast-Zahn stützt sich in ihrer populären Schlaffibel auf “Sicherheitsexperten” – diese würden das Schlafen mit einem Baby wegen einer möglichen “Überhitzung” als gefährlich ansehen.
  • Vielleicht erklärt diese Verquickung eine seltsame Tatsache: in der öffentlichen Diskussion rund um den Plötzlichen Kindstod ist viel und sehr emotional von den Gefahren des Elternbettes die Rede – von den möglichen Gefahren eines eigenen Zimmers dagegen  haben viele Eltern noch nie gehört. Dabei sind sich die SIDS-Forscher schon seit Jahrzehnten einig, dass ein in einem eigenen Zimmer schlafendes Baby ein zwei- bis dreifach erhöhtes Risiko für den Plötzlichen Kindstod hat. Auch die Psychologin Annette Kast-Zahn, die diesen Zusammenhang eigentlich kennen sollte, findet es “hilfreich”, wenn die Eltern ein Baby vom Elternzimmer ins eigene Kinderzimmer verfrachten – urplötzlich richtet sie sich hier nicht mehr nach dem Rat der “Sicherheitsexperten”. Auch die populäre Berichterstattung scheint auf die möglkchen Gefahren geradezu abonniert. Kaum vorstellbar, dass etwa ein deutsches Leitmedium die oben zitierte Geschichte in dieser Fassung bringen würde: “Die meisten schwangeren Mütter kennen die Situation: man richtet in Gedanken schon das Kinderzimmer für den Nachwuchs ein, die zart blauen Vorhänge, den Wickeltisch, das Bettchen. Das passiert, weil die Vorstellung von einem solchen trauten Nest einfach schön ist. Und es passiert, obwohl mittlerweile viele Eltern wissen, dass ihr Kind ein größeres Risiko für den plötzlichen Kindstod hat, wenn es in einem eigenen Zimmer schläft.”

Kurz: Die Debatte um die Gefährlichkeit des Elternbetts in Deutschland ist von Zutaten geprägt, die eine echte Debatte erschweren: Ängste, Emotionen, kaum nachprüfbare Informationen. Mit der schlimmsten Sorge, die Eltern haben können, nämlich dass sie ihr Kind schädigen könnten, wenn sie ihrem eigenen Herzen folgen, stehen viele Eltern in Deutschland heute alleine da.

Der Stand der Forschung

Dass die Frage “Wo soll mein Baby schlafen?” bei Eltern als erstes Angst und Sorge auslöst, steht in einem merkwürdigen Kontrast zu den Entwicklungen in der SIDS-Forschung, die eigentlich in den letzten Jahren viel Grund zu Entspannung, ja, zu Optimismus liefert, und das in mehrfacher Hinsicht:

  • Die SIDS-Fälle haben deutlich abgenommen – sie kommen heute 10 mal seltener vor als noch vor 25 Jahren. Verstarben im Jahr 1991 in Deutschland noch 1286 Babys am Plötzlichen Kindstod, so waren es im Jahr 2012 nur noch 131. Und das nicht etwa, weil das geteilte Elternbett aus der Mode gekommen wäre – diese Praxis ist heute nicht seltener als damals. Auch in anderen OECD-Ländern sind die Zahlen um etwa 90% gesunken. Das heisst: Der Plötzliche Kindstod ist noch immer eine reale Gefahr – aber er ist zu einem sehr seltenen Ereignis geworden.
  • Die Daten zeigen außerdem das immer gleiche Muster: Praktisch alle SIDS-Fälle sind heute mit bestimmten, grundsätzlich vermeidbaren Risiken verbunden: die betroffenen Babys wurden in den weitaus meisten Fällen nicht gestillt (es ist schon seit längerem bekannt, dass Stillen das SIDS-Risiko um etwa 50% senkt), ihre Mütter sind zumeist Raucherinnen, oder es sind Alkohol, Drogen oder Schlafmittel im Spiel. Oder das Baby wurde in einer unsicheren Schlafumgebung gebettet – etwa auf einer Coach. Oder es wurde in Bauchlage ins Bettchen gelegt. In vielen neueren Studien lässt sich praktisch kein SIDS-Fall mehr finden, bei dem nicht ein besonderes, meist vermeidbares Risiko vorgelägen hätte.
  • Die SIDS-Forschung dreht sich deshalb heute immer öfter um eine ernst zu nehmende Frage. Könnte es vielleicht sein, dass die rigiden Empfehlungen gegen das geteilte Elternbett selbst zu einer Gefahr für die Babys werden? Etwa, weil manche Mutter das nächtliche Stillen als so anstrengend empfindet, dass sie eher damit aufhört? Oder weil sie ihr Kind nachts dann vielleicht in einer unsicheren Umgebung stillt, wie etwa auf einem Sessel – und dort mit dem Baby einschläft? Und, so fragen etwa Entwicklungspsychologen und Bindungsforscher – was bedeutet die Angst vor dem gemeinsamen Schlaf für Familien, deren Baby im eigenen Bettchen einfach unruhig und unzufrieden ist? Wird dadurch nicht der sowieso belastende Übergang ins Familienleben noch schwieriger als er ohnehin schon ist? Wird dadurch nicht vielleicht der Aufbau eines wichtigen “Entwicklungskapitals” erschwert, nämlich einer sicheren, verlässlichen Beziehung?

Warum ist die Diskussion so willkürlich?

Und obwohl ich weiß, dass ich nun endlich auf die eingangs angeführte Studie eingehen sollte, muss ich hier noch einmal auf den wissenschaftlichen Hintergrund der “Elternbett-Frage” zu sprechen kommen. Denn nur wer die Schwierigkeiten kennt, mit denen die Forschung bei der Klärung dieser Frage zu kämpfen hat, kann verstehen, warum auch die Wissenschaft oft genug mehr Nebel produziert als Klarheit. Warum immer wieder Studien durch die Presse getrieben werden, die dann von anderen Wissenschaftlern umgehend  heftig kritisiert werden (ein solches Beispiel stellt etwa die Studie des SIDS-Forschers Carpenter dar, die im Jahr 2013 Aufsehen erregt hat – aber trotz offensichtlicher Mängel bis heute oft zitiert wird).  Nur wer um die Begrenzungen solcher Studien weiß, wird Verständnis dafür aufbringen, dass es zum Plötzlichen Kindstod zwar viele “Ergebnisse” gibt – aber genauso viele Meinungen, wie diese denn zu interpretieren sind.

Dabei ist die Ausgangssituation zur Frage SIDS und Elternbett eigentlich sonnenklar. Sie ist gut messbar, und sie ist unter allen SIDS-Forschern unstrittig: in den modernen Industrieländern versterben Babys im Elternbett etwa zwei bis drei mal so häufig am Plötzlichen Kindstod als wenn sie im eigenen Bett im Schlafzimmer der Eltern schlafen.

Nur: genau so klar ist etwas zweites. Unter der Flagge “Elternbett” segeln sehr unterschiedliche Dinge. Schlafen im “Elternbett” bedeutet für das eine Baby, dass es bei seiner stillenden Mutter liegt, die weder raucht, noch Alkohol, Drogen oder Schlafmittel zu sich genommen hat. Ein anderes Baby ist im Elternbett vielleicht Zigarettenrauch ausgesetzt. Oder einer alkoholisierten Mutter. Oder einer Mutter, die von Marihuana benebelt ist. Oder das Baby könnte dort bei einem Menschen zu liegen kommen, der gar nicht seine Mutter ist, sondern – der Babysitter. Oder das “Bett” in dem es mit seiner Mutter schläft, könnte vielleicht gar kein Bett sein – sondern ein Sofa. Oder ein Sessel, auf dem Baby und Mutter beim Stillen eingeschlafen sind. Oder das Baby könnte im Bett der Mutter gelandet sein, weil es den ganzen Tag quengelig war und vielleicht eine Krankheit ausbrütet. Kurz: es gibt nicht “das Elternbett” – es gibt deren viele.

Und damit steht die Wissenschaft vor einem erheblichen Problem: wie kann sie diesen Knäuel an unterschiedlichen Bedingungen, die da herrschen, entwirren? Die Eltern interessieren sich ja nicht für abstrakte Statistik, sondern für ihren eigenen, persönlichen Fall – und fragen dann zum Beispiel: Ist der gemeinsame Schlaf auch dann gefährlich, wenn ich als Mutter “alles richtig mache” – also nicht rauche, nicht von Alkohol, Schlafmitteln oder Drogen benebelt bin und mein Baby auf einer Unterlage bette, auf der es nicht in einen Graben rutschen kann, wie etwa auf einem Sofa, einem Sessel, oder einem Wasserbett?

Die Preisfrage für die Wissenschaft aus praktischer Sicht ist also die: Ist das gemeinsame
Schlafen an sich gefährlich? Oder sind bestimmte Umstände für das erhöhte Risko im Elternbett verantwortlich? Letzteres wäre ja schon deshalb plausibel, weil im Elternbett viele schädigenden Einflüsse auf das Baby deutlich direkter und damit stärker wirken als wenn das Baby in einem eigenen Bett liegt – man denke nur an Zigarettenrauch oder an die Auswirkungen von zu viel Alkohol.  Für ein Baby, das in seinem eigenen Bettchen schläft, macht es ja nicht einmal einen großen Unterschied, wenn die Mama hier und da einmal einen Joint raucht – für ein Baby das nachts neben ihr kuschelt aber unter Umständen sehr wohl.

Und genau dieses “Entwirren” ist in Wirklichkeit eine extrem schwierige Herausforderung für die SIDS-Forschung. Denn die beste und sicherste Methode, die Wissenschaftler zur Klärung komplexer Fragen verwenden,  kann bei der Erforschung des Plötzlichen Kindstods nicht angewendet werden: das Experiment. Etwa ein Experiment nach dem Muster: alle an einem geraden Datum geborenen Babys schlafen bei ihrer Mutter, die an einem ungeraden Datum Geborenen im eigenen Bett. Und dann ändert man noch in jeder Gruppe systematisch die Schlafbedingungen – die eine Gruppe von Müttern etwa raucht, die andere nicht… Und vergleicht dann in den auf diese Weise gebildeten Gruppen die Häufigkeit des Plötzlichen Kindstods… Natürlich ist das unmöglich.

Stattdessen ist die Forschung beim Plötzlichen Kindstod auf Analysen im Nachhinein angewiesen. Sie untersucht deshalb die Kindstod-Fälle und versucht herauszufinden, unter welchen Umständen das tragische Ereignis passiert ist. Dazu bekommen die betroffenen Eltern zum Beispiel einen Fragebogen zugeschickt, in dem sie – oft aus dem Rückblick mehrerer in Trauer und Verzweiflung verbrachter Wochen – schildern sollen, welche Umstände in der Todesnacht vorgelegen haben. Etwa, ob in der Todesnacht geraucht worden war, wie das Bett beschaffen war, ob Alkohol im Spiel war und wenn ja, wie viel. Und so weiter. Um diese Einflüsse statistisch bewerten zu können, erhalten gleichzeitig andere, mehr oder weniger zufällig ausgewählte Eltern gesunder Kinder denselben Fragebogen zugeschickt. Anschliessend wird dann durch statistische Methoden ermittelt, welchen Faktoren möglicherweise ein ursächlicher Einfluss zugeschrieben werden kann.

Dass die Methodik solcher Fall-Kontroll-Studien, wie sie auch genannt werden, problematisch ist, steht außer Zweifel. (Ich habe mich zu den damit verbundenen Schwierigkeiten vor einiger Zeit  in einer Zeitschrift für Kinderärzte geäußert.) Die Interpretation wird umso unsicherer, je lückenhafter die Auskünfte sind, die den Forschern zur Verfügung stehen. So enthalten gerade  ältere Studien oft nur wenig Daten etwa über einen möglichen Drogen-Konsum der Eltern, und oft ist nicht einmal bekannt, ob ein Baby gestillt wurde oder nicht (Stillen wirkt als Schutzfaktor gegen SIDS). Auch ob ein verstorbenes Baby das Bett etwa mit der Mutter geteilt hat oder mit einem “Non-caregiver” (Babysitter) ist vielfach nicht dokumentiert. Und nur in den wenigsten Studien wird unterschieden, ob das Baby routinemäßig bei der Mutter schläft, oder ob es nur in der Todesnacht bei den Eltern geschlafen hat (wenn Kinder nur ausnahmsweise mit ins Bett der Eltern genommen werden, könnten besondere Umstände vorliegen, die für den Tod mit verantwortlich sind). Wie sehr es auf solche feinen Unterschiede ankommt, zeigt eine Analyse aus Deutschland, in der sich für die regelmäßig im Elternbett schlafenden Babys kein erhöhtes SIDS-Risiko ergab, für die ausnahmsweise ins Bett genommen Babys dagegen sehr wohl. Gerade für die Frage der Sicherheit des Elternbetts sind möglichst vollständige Daten zu den möglichen Einflussfaktoren entscheidend – fehlende Daten führen nämlich aus statistischen Gründen dazu, dass das Risiko des geteilten Elternbett überschätzt wird.

Die neue Studie

Nun aber endlich zu der neu erschienenen Studie zur Sicherheit des Elternbetts. Der britische SIDS-Forscher Peter Blair hat dabei zwei englische Studien zu insgesamt 400 SIDS-Fällen ausgewertet, die sich durch einen vollständigen Datenbestand zu drei wichtigen Einflussfak-toren auszeichnen: Zigarettenrauchen, Alkoholkonsum und Ernährung des Babys (gestillt oder nicht gestillt).

Bei der ersten Analyse zeigte sich zunächst der bekannte Zusammenhang: wurden alle Fälle zusammen analysiert, so war der geteilte Schlaf tatsächlich deutlich gefährlicher als der Einzelschlaf – beim geteilten Schlaf  war das SIDS Risiko mehr als drei mal höher.

Wurden aber in der Statistik nur diejenigen Kinder betrachtet, die in einem Bett (also nicht auf einem Sofa oder Sessel) bei nicht rauchenden, nicht trinkenden Eltern schliefen – so war deren Schlaf insgesamt genauso sicher wie der von Babys, die im eigenen Bett im Zimmer der Eltern schliefen. Bei den älteren (über drei Monate alten) Babys war sogar ein Schutzeffekt des Elternbetts zu beobachten – sie hatten ein niedrigeres SIDS-Risiko als die im eigenen Bett im Zimmer der Eltern schlafenden Babys.

Und das im Elternbett angeblich “20-fach” erhöhte SIDS-Risiko bei den unter drei Monate alten Babys? Diese aus einer älteren, zurecht vielfach kritisierten Studie abgeleitete Zahl hat sich nicht bestätigt. Auch in der hier vorgestellten Studie konnte zwar ein möglicherweise leicht erhöhtes Risiko für die kleineren Babys nicht ausgeschlossen werden – rein rechnerisch lag es für die unter 3 Monate alten Babys im Bereich des 1,6-fachen. Allerdings war dieser Wert statistisch nicht signifikant, das heisst, es lässt sich keine Aussage darüber treffen, ob diese leichte Erhöhung wirklich auf das geteilte Elternbett zurückgeführt werden kann, oder ob das an anderen Einflüssen liegt. Hier wäre zum Beispiel an einen möglichen Drogenkon-sum zu denken, der in der neuen Studie bewusst ausgeklammert wurde, da hierzu keine voll-ständigen Daten vorlagen (damit wird in dieser Studie die “Gefährlichkeit” des Elternbetts eher über- als unterschätzt). Ebenso wurde in die Ergebnisse nicht eingerechnet, ob ein Baby routinemäßig im Bett der Eltern schlief oder nur aus einem besonderen Anlass – auch aus diesem Grund handelt es sich bei den vorliegenden Ergebnissen eher um konservative, die “Gefährlichkeit” des Elternbetts eher überschätzende Angaben.

Mit großer statistischer Aussagekraft bestätigt die Studie dagegen eindrücklich, wie sehr bestimmte Einflüsse die Sicherheit des gemeinsamen Schlafens beeinträchtigen. So schlägt sich das Schlafen bei einem rauchenden Elternteil für den unter 3 Monate alten Säugling in einem immerhin 9-fach erhöhten SIDS-Risiko nieder. Beim Schlaf mit einer alkoholisierten Person tritt der Plötzliche Kindstod 18 mal häufiger auf, und beim gemeinsamen Schlafen auf einem Sofa ist das Risiko ebenfalls etwa 18 fach erhöht.

Besonders interessant und wichtig erscheint mir deshalb die Diskussion, die Prof. Blair anregt. Er schildert die Ausgangslage selbst so: “In our study (..) a number of families whose infants died informed us that they had been advised not to bed-share and thus fed the infant (and fell asleep) on a sofa.” Auf Deutsch: “In unserer Studie haben uns mehrere von einem Todesfall betroffene Eltern mitgeteilt, man hätte ihnen geraten, das Baby nicht mit ins Bett zu nehmen und sie hätten deshalb ihr Kind auf dem Sofa gefüttert (wo sie dann eingeschlafen seien).” Es ist also an der Zeit, dass wir den pauschalen Ratschlag gegen das Elternbett auf den Prüfstand stellen: sorgt inzwischen vielleicht die rigide Informationspraxis etwa der kinderärztlichen Verbände selbst dafür, dass Babys in Gefahr geraten? Dass dies eine reale Möglichkeit ist, zeigen die Daten dieser Studie.

Wir müssen darüber reden

Denn gerade die Eltern, die sich eigentlich ein Familienbett wünschen und dafür auch alles “richtig” machen wollen, fühlen sich in Deutschland zwischen ihrer eigenen Präferenz und den “offiziellen” Empfehlungen regelrecht zerrissen. Eltern übernehmen nun einmal Verantwortung, und damit steht für sie immer auch die Frage nach einer möglichen “Schuld” im Raum: was wenn etwas passiert? So wie die Diskussion bisher läuft, sind immer diejenigen, die ihr Baby zu sich nehmen, die potenziell Schuldigen – schließlich hat man sich ja nicht an die Empfehlungen gehalten. Verstirbt dagegen ein Baby im eigenen Bett, so lautet die Frage ja doch eher, was wohl an dem Baby nicht in Ordnung gewesen ist.

Die Studie von Peter Blair zeigt, dass wir diese Frage ergänzen müssen, und zwar dringend: Was ist vielleicht an den derzeitigen Schlafempfehlungen in Deutschland nicht in Ordnung? Warum stellen sie das Schlafen mit einem Baby noch immer unter Generalverdacht – statt die Eltern über das zu informieren, was wirklich bekannt ist und auch unter denWissenschaftlern unstrittig ist: dass das geteilte Elternbett für ein Baby dann ein erhöhtes Risiko bedeuten kann, wenn die Eltern rauchen, Alkohol trinken, Drogen oder Schlafmittel nehmen, wenn das Baby bei Nicht-Pflegepersonen schläft, wenn das Bett nicht babygerecht ist (Sofa, Wasserbett, zu weiche Matratzen, Federbetten etc), wenn das Baby in Bauchlage schlafen gelegt wird, wenn es sich um ein frühgeborenes Baby handelt oder wenn das Baby nicht gestillt wird (letzteres gilt womöglich nur im ersten Lebenshalbjahr).

Vielleicht ist eine solche differenzierte Beratung schwieriger als pauschale Aussagen zu treffen. Für die Eltern aber macht diese Mühe einen entscheidenden Unterschied. Als Familie mit einem Baby zu leben, ist für sich genommen schon Herausforderung genug. Da gehört jeder Rat, der Angst und Unsicherheit verbreitet, unbedingt und immer wieder auf den Prüfstand.

 

((Dieser Blog-Eintrag steht auch als eigener Artikel auf meiner Webseite. Er kann dort heruntergeladen und in freier Verwendung elektronisch verbreitet oder abgedruckt werden.))

Von der Aktivierung der weiblichen Fachkraft. Und vom richtigen Gebrauch der mütterlichen Brust.

Heute ist wieder so ein Tag. Für wie stulle hält man das durchschnittliche Exemplar von Homo sapiens eigentlich?

Als erstes kommt eine Pressemeldung der Bundesagentur für Arbeit rein. Die BA nimmt offensichtlich gerade ihre letzten Patronen aus dem Gürtel: “Die oft starren Betreuungszeiten in Kitas passen nicht zur heutigen Lebens- und Arbeitswelt. Wir brauchen mehr Absicherung der Betreuung in Randzeiten und an Wochenenden. Nur so können wir Arbeitskräftepotenziale insbesondere unter den Alleinerziehenden aktivieren“, appelliert Heinrich Alt, Vorstandsmitglied der BA. Sein Vorschlag: eine Offensive “für die Umschulung in den Erzieherberuf” mit “verkürzten, zweijährigen Ausbildungsgängen”.

Ouups, lieber Herr Alt, da hätten Sie mich aber vorher fragen müssen!! Das klingt doch irgendwie … technokratisch, ja: kalt! So wie das Institut der Deutschen Wirtschaft Köln damals mit seiner Forderung nach einem raschen Krippenausbau, die es mit der Befürchtung begründete, “dass in Zukunft nicht mehr genügend Humankapital zur Verfügung steht, um den produktiven Einsatz des Sachkapitals zu ermöglichen.”  Und jetzt Sie: die Kinder sollen bitteschön an den Randzeiten wegorganisiert werden können, damit der Wirtschaft auch nachts und an den Wochenenden genügend Servicekräfte zur Verfügung stehen? Genau so klingt das nämlich für normale Menschen!

Aber ich weiß, so meinen Sie es nicht! Ihnen geht es um die Verbesserung der heutigen Lebens- und Arbeitswelt! Aber dann, lieber Herr Alt, halten Sie sich doch auch bitteschön an die übliche Sprachregelung. Sie hat sich bewährt, und sie hält bis heute die Eltern von der Straße fern. Und so schwer ist das gar nicht:

Um den Jüngsten ein besseres Bildungsangebot machen zu können, sollten Krippen und KiTas auch an den Abenden und Wochenenden geöffnet sein. Die Ansprüche an die Bildung der Kleinen sind in der heutigen Lebens- und Arbeitswelt gestiegen, und nur durch eine flexible Teilhabe an inklusiver und partizipativer Bildung hat jedes Kind eine Chance auf einen gerechten Start in die Wissensgesellschaft.

Kein großes Ding, hat mich genau zwei Minuten gekostet! Nun müssen Sie halt eine Weile damit leben, dass manche meinen, Sie wollten sich ja doch nur an die Mütter ranmachen. Zumal an Allein-Erziehende, wie Sie dann auch noch schreiben. Aber in Wirklichkeit geht es Ihnen doch um die KINDER, um unser aller Zukunft!

 

Und dann, am gleichen Tag, das. Unter der Überschrift “Die 20 wichtigsten Medizin-Mythen” geht die ZEIT auf die Irrtümer in Gesundheitsfragen ein.

Mythos Nummer 8: Langes Stillen ist gesund! Nein, ist es eben nicht! Mit dem üblichen Hinweis auf “Experten” heisst nämlich das Fazit des Autors, Jan Schweitzer (klingt nach Arzt, oder?): “Vier Monate volles Stillen sind absolut ausreichend.” Und dazu ein Cartoon von einem Kind mit Schulranzen, das wie ein Weltmeister an der Mutterbrust trinkt. Nun weiß ich nicht, was man dort in der Redaktion so einwirft um besonders kreativ zu sein, aber als Leser – puuuh, *schwindel*!! Eine gute Mutter, so habe man bisher gedacht, sei nur, wer “ausgiebig und ausdauernd” stillt. Sagt Herr Schweitzer. Hmmm. Dann der Hinweis, “dass das genaue Gegenteil der Fall ist”! Ja, und dann dieser Kleine, der sich an der Brust seiner Mutter die Zeit vertreibt, bis der Schulbus kommt. Was wir dann lernen: das “ausschließliche” Stillen über 4 Monate hinaus könne vielleicht Allergien verursachen (die Forscher seien da noch uneins). Aber vorsorglich gehöre ein Deckel aufs Stillen, ganz logisch: “Noch ist die Frage nicht endgültig beantwortet, aber man kann sagen:  Vier Monate volles Stillen sind absolut ausreichend.” Wer merkt da schon, dass der Deckel vielleicht ein bisschen klemmt – man freut sich ja so mit dem Jungen, dass er statt Nuckeln jetzt endlich mal Fußball spielen darf.

Vielleicht kann man bei aller Unklarheit da vielleicht absolut mal das sagen: Man braucht als Zeitung zum Erfolg offensichtlich nur genügend Leser, die dumm genug sind, dass sie nicht verstehen, für wie dumm sie verkauft werden.

 

Und da dachte ich mir, was wohl mein Herr Alt bei der Bundesagentur für Arbeit dazu sagen wird, wenn er am Wochenende die ZEIT aufschlägt und erfährt, dass die mütterliche Brust eigentlich zumeist übertrieben eingesetzt wird. Ha, wird er sagen, da hammers: und die wollen sich volle DREI JAHRE in der sozialen Hängematte ausstrecken? Wo wir uns den Allerwertesten aufreissen, um Arbeitskräftepotenziale zu aktivieren? Also wenn man da nicht mal nach vier Monaten einen Punkt machen kann. Auch den Frauen wird man ja wohl ein bisschen Effizienz abverlangen dürfen, wir stehen schließlich im globalen Wettbewerb.

Aber dann, lieber Herr Alt, rufen Sie mich dieses Mal doch wirklich an, bevor Sie eine Pressemeldung rausgeben. Mutterschutz, Babypause, Elternzeit und so weiter – heikle Themen, Sie wissen schon. Es geht Ihnen ja nicht darum, den Müttern das Stillen madig zu machen oder gar die Brust nur als Dekoration zu sehen. Sie wollen, dass dieses unser Land im Innovationswettbewerb mithalten kann (das Wort können Sie sich schon mal merken). Und dazu muss man auch mal Forderungen stellen, und auch mal wieder diesen Ruck beschwören. Sie erinnern sich ja noch, Roman Herzog damals, und wenig später hatte der Ackermann von der Deutschen Bank schon eine Rendite von 25%. Ja, dieser Ruck soll jetzt ruhig auch mal durch die Mütter gehen. Bitte, Herr Alt, fordern Sie den Ruck! Nur tun Sie es diesmal um Himmels Willen mit den richtigen Worten. Ich bin jederzeit für Sie da!

Wissenschaft konkret

Da wir es zuletzt von der Rolle der Wissenschaft (bezogen auf Beziehungsfragen) hatten, kam die folgende Anfrage einer Stillberaterin eigentlich zur rechten Zeit:

 ”Heute wende ich mich mit einer fachlichen Frage an Sie und hoffe, dass Sie trotz Ihres sicher voll angefüllten Alltags… (usw.)

Ich habe derzeit eine Anfrage einer Mutter vorliegen, deren Kind wegen Invagination in der Klinik liegt. Von den Kinderärzten dort erhielt sie die Information, dass sie sofort abstillen müsste, weil die Muttermilch so “stopft” und weil angeblich gestillte Kinder ein höheres Risiko für diese Komplikation aufweisen.

Tatsächlich ist es uns gelungen, im Netz mit etwas Suche eine (ziemlich alte) Studie zu finden, die diese Aussage offenbar bestätigt. Wie würden Sie das sehen, kann man die Aussage so stehen lassen? Würden auch Sie der Mutter zum Abstillen raten? Welche Überlegungen könnte ich weitergeben?”

Man muss sich das jetzt einmal konkret vorstellen: eine Mutter kommt mit ihrem gestillten Baby in einer medizinischen und emotionalen Notlage in die Klinik: der Darm des Babys hat sich an einer Stelle teleskopartig eingestülpt (eine solche Invagination kommt bei etwa einem von 1000 Säuglingen vor). Das Baby wird behandelt (dazu reicht in der Regel ein bestimmter Einlauf aus), und der Mutter dann empfohlen ihr Baby nicht mehr zu stillen – weil das die mögliche Ursache des Notfalls sei.

Gut, wenn eine solch gravierende Empfehlung nicht aus dem Bauch heraus gegeben wird, sondern aufgrund wissenschaftlicher Erkenntnisse, oder?

Und da sind wir mitten im Thema -  und das heisst für mich: ist “Wissenschaft” nicht vielleicht komplizierter als wir uns das wünschen? Mit anderen Worten: wo und wie kann uns die Wissenschaft in der Beratung der Eltern unterstützen, und wo kommt sie uns dabei möglicherweise in die Quere?

Schauen wir uns den Fall also einmal genauer an – ich gebe der Einfachheit halber meine Antwort auf die obige Anfrage wieder:

“Es handelt sich bei dieser Studie um eine Fall-Kontroll-Studie. Diese Art von Studien sind dafür geeignet um Hypothesen aufzustellen, sie sind aber nicht geeignet um Praxisempfehlungen abzusichern (weil es bei dieser Studien-Methode nicht möglich ist, Fremdeffekte oder Verzerrungen [bias] verlässlich herauszuhalten, handelt sich um eine im wissenschaftlichen Sinne niedrige Evidenzstufe). Die Studie zeigt eine signifikante Assoziation (also statistische Verknüpfung) von “voll gestillt werden” und Invaginationsrisiko (für das teilweise Stillen ist die Aussage unsicher, da der Zusammenhang hier nicht signifikant ist – also möglicherweise zufällig ist).

Ob die beobachtete Verbindung ursächlich ist (also tatsächlich auf das Stillen zurückzuführen ist), kann aus der Studie nicht abgeleitet werden, und zwar deshalb nicht, weil mit dem Stillen möglicherweise noch andere Einflüsse verbunden sind, die ihrerseits für das erhöhte Risiko verantwortlich sein können.

Nur um dazu ein – rein hypothetisches – Beispiel zu nennen: es könnte sein, dass Frauen, die ihre Kinder stillen,  überzufällig häufig auch viel Kaffee trinken, und vielleicht das Koffein die ursächliche Einflussgröße ist (wie gesagt, eine völlig aus der Luft gegriffene Behauptung). Oder, umgekehrt, könnte es sein, dass unter den nicht-stillenden Frauen mehr Raucherinnen sind, und dass Nikotin möglicherweise einen schützenden Effekt hat – und aus diesem Grund dann auf der Seite der Stillenden ein relativ erhöhtes Risiko registriert wird (auch das natürlich eine völlig willkürliche, lediglich zur Veranschaulichung getroffene Annahme).

Es könnte aber auch sein (ein Effekt, der als “reverse causation” bekannt ist, also umgekehrte Verursachung), dass Mütter, deren Kinder zu Verstopfung neigen (und aus DIESEM Grund vielleicht ein höheres Invaginations-Risiko haben), ihre Babys eher ausschliesslich stillen, einfach weil da der Stuhlgang weniger problematisch ist. Dann wäre das statistisch gesehene erhöhte Risiko ebenfalls nicht dem Stillen zuzuschreiben – obwohl das Studienergebnis genau dies suggeriert. (Die Frage der reverse causation plagt zum Beispiel auch die Allergie-Forschung, weil Mütter mit Risiko-Kindern sich öfter dazu entscheiden, länger ausschliesslich zu stillen, weil sie sich davon einen Schutzeffekt versprechen. Wenn das Baby nun eine Neurodermitis entwickelt: liegt das nun an seinem schon von Anfang an erhöhten Allergie-Risiko, oder liegt es am Stillen?)

Diese Beispiele sollen nur zeigen, warum Fall-Kontroll-Studien nicht verwendet werden können um Praxisempfehlungen zu geben, und weshalb sie sehr vorsichtig zu interpretieren sind. Bei einer solchen vorsichtigen Interpretation (sie gilt übrigens auch für Kohortenstudien) bezieht man dann weitere Überlegungen ein, wie zum Beipiel: ist der beobachtete Zusammenhang denn biologisch plausibel? Und das muss man in Bezug auf das Stillen eher verneinen. Denn: Muttermilch sorgt eher für einen leichter abzusetzenden Stuhl (die Behauptung, dass Muttermilch generell “stopft” entspricht also keiner objektiven Beratung).

Ein sehr schwer wiegendes Problem von Fall-Kontroll-Studien ist übrigens auch das (es plagt vor allem die Forschung zum Plötzlichen Kindstod): der Rücklauf der Fragebögen ist zwischen den “Fällen” und den Kontrollen oft sehr unterschiedlich. Die “Fälle” und die ihnen zugeordneten Kontrollen bekommen ja jeweils einen Fragebogen vorgelegt oder zugeschickt, in dem die jeweiligen Expositionen bzw. mögliche Einflussfaktoren abgefragt werden. Meist antworten da dann um die 80-100% bei den “Fällen” – dagegen nur 40-60% bei den “Kontrollen” (das ist nicht verwunderlich, denn zur “Kontrolle” wird man benannt, weil man sein Baby in derselben Klinik zur Welt gebracht hat und dieses gleich alt ist und das gleiche Geschlecht hat wie das “Fall-Baby”, mit dem es  verglichen werden soll). Dieser unterschiedliche Rücklauf allein kann schon eine Verzerrung in die Ergebnisse tragen – einfach weil sich diejenigen Familien, die eher mal auf einen zugeschickten Fragebogen antworten, von denen die dies nicht tun, möglicherweise in wichtigen Einflussfaktoren unterscheiden.

Das sind nun alles Details, aber sie zeigen, wie schwierig die Interpretation von “Studien” ist…

Denn es ist wirklich zu bedauern, dass sich Ärzte und auch anderes Fachpersonal  in ihren Empfehlungen oft auf Studien beziehen, die eigentlich gar nicht die Beweiskraft haben, um die persönlichen Empfehlungen abzusichern. Sie gelten dann aber bei den Eltern als “wissenschaftliche” Begründung. Das ist keine böse Absicht, vielmehr ist die Unsicherheit bei den Ärzten in Bezug auf die Interpretation wissenschaftlicher Studien groß – auch wenn sie es manchmal nicht zugeben. Auch das ist nicht die Schuld der Ärzte, sondern ein Missverständnis – Patienten nehmen oft an, dass Ärzte automatisch auch Wissenschaftler seien. Aber das stimmt so ja nicht: Ärzte können eine wissenschaftliche Karriere einschlagen, aber von ihrer primären Ausbildung her sind sie genauso wenig Wissenschaftler wie Lehrer Wissenschaftler sind (Ärzte haben möglicherweise eine Dissertation geschrieben, aber das ist per se keine wissenschaftliche Ausbildung, so wie eine Master-Arbeit per se keine wissenschaftliche Ausbildung beinhaltet.). Tatsache ist, dass sich die meisten Ärzte mit der Interpretation von Studien genauso schwer tun wie andere Fachberufe im Gesundheitswesen auch (nur wird den Ärzten eben seit alters auch die Rolle zugeschrieben, dass sie die Welt verstehen, den Körper und die Seele auch, und darüberhinaus auch generell gute Menschen sind).

Und dazu kommt noch ein weiteres gewaltiges Missverständnis: Studien sind Studien, das heisst, der Versuch die Realität besser zu verstehen. Sie sind nicht “Wahrheit” oder in Zahlen gegossene Weisheit. Aber genau als das werden sie von Laien (und auch Fachleuten) oft angesehen. Kein Autofahrer würde über eine Brücke fahren, die als “Studie” ausgewiesen ist, und kein Bauherr würde in ein Haus einziehen, das von dessen Architekt als “Studie” bezeichnet wird. Aber wir wollen “Studien” entscheiden lassen, wie wir unsere Kinder behandeln? Wir müssen da sehr viel kritischer und auch bescheidener werden. Es sollte uns dabei durchaus zu denken geben, dass selbst Arzneimittel-Studien, bei denen Einflussfaktoren systematisch ausgeschaltet werden (unter anderem indem die Probanden per Zufall auf Plazebo- und Verumgruppen verteilt werden) nicht selten widersprüchliche Ergebnisse erbringen.

Insofern wundert es – um wieder auf die Invagination zurückzukommen – nicht, dass eine andere Studie (auch eine Fall-Kontroll-Studie, und deshalb für Fragen der Praxis genauso wenig verlässlich) zu einem anderen Ergebnis kommt: in der Studie von Johnson 2010 sind es die Kinder mit kuhmilchbasierter Kunstmilch, die ein höheres Risiko für Invagination aufweisen (im Vergleich zu denen haben in dieser Studie die gestillten Kinder ein geringeres Risiko).

In dieser Studie von Johnson haben übrigens Kinder mit Soja-Milch ein geringeres Risiko. Und wenn Sie jetzt sagen; das ist aber beileibe kein Grund, nun den Müttern zu empfehlen, auf Soja-Milch umzusteigen – dann haben Sie mich verstanden.”

 

So, Ende meiner Antwort auf diese Studienfrage. Heisst das jetzt, dass “Wissenschaft” nichts bringt? Das will ich nicht sagen, in Fragen der medizinischen Behandlung kann sie viel Unfug verhindern. Aber ich will das sagen: man muss wissen, mit welchem Instrument man arbeitet. Wer meint, mit dem könne man mal einfach so rumhantieren, kann auch Schaden anrichten. Wie in diesem Fall. Da tut einem einfach das Baby und die Mutter leid.

Babyschlaf und Ferbern

In der neuen ELTERN ist wohl gerade ein Interview mit Frau Kast-Zahn (Autorin von “Jedes Kind kann…”) zum Thema “Schlaflern-Programme” erschienen. Und da will ich jetzt mal unter diesem irrsinnigen Thema hervorkriegen, das mich gerade 24 Stunden am Tag beschäftigt (Bildung und Macht – wer entscheidet eigentlich was für Kinder die richtige Bildung ist?) und mal zum Babyschlaf einen Kommentar abgeben.

Wie ich höre, wird über den Artikel einiges diskutiert. Und ich finde, man merkt dem Blog-Eintrag der ELTERN-Journalistin Nora Imlau (die das Interview geführt hat und übrigens ein tolles Buch über den liebevollen Umgang mit Babys geschrieben hat) ein bisschen an, dass sie meint, sich jetzt post hoc rechtfertigen zu müssen… Das muss sie ganz gewiss nicht, sie ist ja die Fragestellerin und kann als Journalistin das nicht munter als Streitgespräch aufziehen. Das längere und damit gewichtigere Wort fällt in einem Interview nun einmal der oder dem Befragten zu…

Und ich will hier auch gar nicht auf die verschiedenen Positionen eingehen, ich habe meine Position zum Thema Ferbern in “Kinder verstehen” und den “Menschenkindern” aus Sicht der evolutionären Verhaltensforschung begründet – und würde heute eher noch eindringlicher vor der Ferber-Methode warnen als ich das vor 5 Jahren getan habe.

Hier interessiert mich etwas anderes – die Diskussion um die Rolle der Wissenschaft. Da gebe ich Frau Imlau absolut Recht: wir können nicht von der Wissenschaft erwarten, dass sie uns sagt, ob die Ferber-Methode nun gut ist oder schlecht. Wie wir mit Babys umgehen, ja, wie wir generell unsere Beziehungen gestalten, ist eine Frage unseres Menschenbildes, das können wir nicht an die Wissenschaft delegieren. Es ist auch methodisch sehr schwierig (wenn auch nicht unmöglich, wie etwa die Studie von Anisfeld zum Thema Tragen zeigt), Aussagen über die Langzeitwirkungen von Pflege- oder Erziehungsmaßnahmen zu treffen, weil unsere subjektiven Erwartungen und Voraussetzungen nun einmal nicht “wegverblindet” werden können, und eine Zuteilung per Zufall auch nicht möglich ist (Babys, die Montags geboren werden bekommen ein Schlaflernprogramm, die Dienstags geborenen keines…). Also ja, eindeutig: wir können das Thema “Ferbern” wissenschaftlich nicht lösen. (Und deshalb ist die Abwesenheit von Hinweisen auf schädigende Auswirkungen der Ferber-Methode eben auch KEIN wissenschaftlicher Beweis für deren Unschädlichkeit…)

Umso mehr ärgert es mich, dass jetzt gerade eine Frau Zast-Kahn sich auf “Studien” beruft, nach denen dem Ferbern keine negativen Langzeitwirkungen beschieden werden – gerade Frau Kast-Zahn, die sich in ihrem Buch “Jedes Kind kann…” in für mich unredlicher Weise hinter “der Wissenschaft” versteckt. Und das bei der wohl zentralsten Frage des ganzen Buches – bei der Frage nämlich, warum eigentlich ein Baby nicht einfach bei seinen Eltern im Bett einschlafen sollte, schließlich haben die Babys da (wie Frau Kast-Zahn selbst konstatiert) keine Einschlafprobleme. Mit dieser Frage (bei der ja immerhin auch die Frage mitschwingt, ob es sich bei den Schlaf”störungen” der Kleinen nicht um ein selbst gemachtes Problem handelt und man sich den ganzen Ferber-Zirkus nicht eigentlich sparen könnte…), geht sie so um:

“Dagegen wäre auch nichts einzuwenden, wenn Sicherheitsexperten nicht warnen würden: Im Elternbett steigt das Risiko, dass das Baby überhitzt wird.”

Da schickt sie also die “Sicherheitsexperten” ins Feld. Obwohl ihr durchaus klar sein muss, dass sich die “Experten” rund um den Babyschlaf in dieser Frage eben NICHT einig sind. Weder die SIDS- noch die Schlafforschung bezieht ja eine einheitliche Position für oder gegen das gemeinsame Elternbett, ja, nicht einmal das Lager der Schlafprogramm-Befürworter ist sich in dieser Frage einig, denn Richard Ferber spricht sich heute ja durchaus für das Co-sleeping als Alternative aus. (“What ever you want to do, whatever you feel comfortable doing, is the right thing to do, as long as it works.” – das wäre übrigens auch ein gutes Zitat zum Kommentieren für Frau Kast-Zahn gewesen…)

Dass sich Frau Kast-Zahn also jetzt wieder so bequem hinter den Aussagen “der Wissenschaft” zum Thema Schlaflernprogramme verstecken kann, und einfach mal von der Leber weg suggeriert, die Ferber-Methode sei in Ordnung, weil “die Experten” ja keine Langzeitschäden erkennen können – dann ist das in der Tat bedauerlich.

Und genau deshalb will ich hier kurz auf diese “Wissenschaft” eingehen (keine Sorge, ich habe deshalb jetzt nicht auf die Mittagspause verzichtet, ich habe mich nämlich vor etwa einem halben Jahr mit einer der auch in Nora Imlaus Blog angesprochenen Studien recht intensiv auseinandergesetzt).

Da hatte mich nämlich Sibylle Lüpold (die Autorin von “Ich will bei Euch schlafen” – auch so ein tolles Buch!) das hier gefragt:

Lieber Herbert

Was hälst Du davon:

http://pediatrics.aappublications.org/content/early/2012/09/04/peds.2011-3467.full.pdf+html

Herzliche Grüsse,

Sibylle

Und das dann von Sibylle hinterher:

Mich “belastet” (diese Studie) insofern, als meine “Anti-Ferber-Broschüre” nun endlich auch auf spanisch und englisch übersetzt wurde, und die Frau, die meine spanische Übersetzung korrigiert hat, mich darauf hinwies, dass ich den Satz: “Es gibt bisher keine prospektive kontrollierte Studie über die möglichen Nebenwirkungen der Ferbermethode. Eine solche durchzuführen, wäre aus ethischen Motiven nicht zulässig.” streichen müsste, wegen der Studie von Price/Hiscock.

Was meinst Du?

Und das dann meine Antwort:

nö, dies ist keine “kontrollierte” Studie, dieser Begriff ist eigentlich Studien vorbehalten, in denen “die Ergebnisse in der Studiengruppe mit denen der Kontrollgruppe ohne Intervention oder einer Kontrollintervention verglichen werden. Die Kontrollintervention ist entweder die bisher wirksamste Maßnahme oder eine Scheinintervention”.

Dies hier ist weder ein Vergleich mit einer Scheinintervention noch mit der bisher wirksamsten Maßnahme, sondern ein Vergleich mit einer nicht näher definierten, also unbekannten Intervention. Ein kontrollierter, randomisierter Vergleich zwischen der Ferber-Methode und “no intervention” ist in der Tat ethisch nicht durchführbar, da dann Eltern per Zufall zu einer Methode zugeteilt werden würden, die ihrer eigenen ethischen Grundhaltung möglicherweise widerspricht.

Und das dann von mir hinterher zur genaueren Erklärung:

Liebe Sibylle,

hab mir das gleich angeschaut, kann mir ja vorstellen, dass dich das quält …

Du, das ist eine ziemlich problematische Studie. Es ist eine Studie von australischen Familien, die unter “Schlafproblemen” ihrer Babys leiden (Voraussetzung zur Teilnahme ist eine positive Antwort auf die Frage: “over the last 2 weeks, has your baby´s sleep generally been a problem for you?”). Die Familien mit positiver Antwort wurden dann eingeladen, sich an einem lokalen Beratungszentrum bezüglich der bestehenden Schlafproblematik von Krankenschwestern beraten zu lassen: An einem (zufällig ausgewählten) Teil dieser Beratungszentren bekamen die Eltern eine standardisierte Schlaf-Beratung, in der ihnen zwei verschiedene Schlaflern-Methoden vorgestellt wurden (die eine “controlled comforting”, die andere “camping out”). Auch im anderen Teil der Beratungszentren wurden die Eltern bezüglich der Schlafprobleme beraten – jedoch nicht nach dem vorgegebenen und entsprechend trainierten Standard-Protokoll, sondern “frei”, eben wie dort üblich. Dann wurden die Kinder (und deren Eltern) im Alter von 6 Jahren nach-untersucht und die Familien der beiden “cluster” (also die der speziell auf die Beratung trainierten Beratungszentren versus die der “frei” beratenden Zentren) in Bezug auf diverse psychologische Outcomes verglichen. Ergebnis: kein Unterschied.

Das Design (cluster randomisierung) ist sehr sexy (deshalb ist die Studie in Pediatrics reingekommen), wir haben das gleiche Modell in unserer Kindergarten-Studie angewandt. Auch die Adjustierung (Raushalten von Fremdeinflüssen, wie etwa sozioökonomischer Stress) ist recht ordentlich. Trotzdem ist der Bias (Verzerrung des Ergebnisses durch fehlende oder unsauber erhobene Daten) eklatant, und deshalb hätte dem Paper eigentlich von den Reviewern ein ganz anderer Zuschnitt und Diskussion aufgezwungen werden müssen (veröffentlicht wird so was schon wegen des interessanten Studien-Designs sowieso).

Zum Bias: Das, was als methodischer Vorteil verkauft wird, ist in Wirklichkeit ein echtes Problem: “All retained participants were analyzed in the groups to which they were randomized, applying the intention-to-treat principle.” Das heisst im Klartext: die Forscher wissen nicht, was mit den Babys zuhause wirklich geschehen ist (de facto treatment), ja, sie wissen nicht einmal, wer welche Beratung bekommen hat (für die frei beratenden Zentren ist dies unbekannt). Das ist deshalb problematisch, weil die Teilnehmer in beiden Armen ja das gleiche Problem hatten (subjektive Schlaf”störungen”) – es ist also durchaus möglich, dass die Kontrollgruppe (also die Familien in den “frei beratenden” Zentren) eine ähnliche (möglicherweise sogar eine noch rigorosere?) Beratung erfahren haben – schliesslich sind die Ferber-Derivate auch in Australien längst mainstream und diese Methoden dürften sich auch in den Beratungszentren rumgesprochen haben. Aber auch in der “Standard”-Gruppe (also bei denen, die tatsächlich Informationen zu einem Schlaflern-Programm bekommen haben) ist nicht bekannt, welche der beiden Methoden – “camping out” oder “controlled comforting”) die Eltern durchgeführt haben (in der Analyse wurden beide als “Schlaflern-Programme” zusammengefasst, womöglich weil sonst nicht genug statistische Aussagekraft zusammengekommen wäre). Das ist deshalb problematisch, weil die Methoden sehr unterschiedlich sind – “camping out” ist allenfalls eine Kuschelversion von “controlled comforting”). Matter of fact ist also: Man weiss nicht, welche “Behandlungen” hier wirklich verglichen werden. Gemessen und dokumentiert wurde das zumindest im Kontrollarm (“freie” Beratung) nämlich nicht (wir haben hier tatsächlich eine hochrangig publizierte Interventionsstudie, in der es keine Prozessevaluation gibt!!!) Dabei wäre für die Interpretation ganz entscheidend zu wissen: was haben die denn zuhause wirklich gemacht? Handelt es sich bei den Kontrollgruppen vielleicht um Familien, die ihre Kinder zu sich ins Bett genommen haben? Oder um Familien, die ihre Kinder dann auch irgendwie “controlled gecomfortet” haben? Oder haben die in den Kontrollzentren vielleicht noch einen drauf gelegt und “richtig” geferbert? Und was haben die Eltern in der Interventionsgruppe denn gemacht: mehrheitlich “camping out” oder “controlled comforting”?) Aus methodischer Sicht ist das fatal: man macht einen intention-to-treat-Vergleich – wobei die Inhalte der Beratung für einen kompletten Vergleichsarm gar nicht bekannt sind, und die tatsächlich durchgeführten Interventionen gar für beide Arme unbekannt bleiben!!!

Das macht die Übertragbarkeit praktisch unmöglich. Denn wenn man als Eltern die Aussage hört: Schlaf-Verhaltensprogramme haben keine negativen Auswirkungen – dann will ich als Vater oder Mutter doch wissen: verglichen mit was? Und: WELCHE Schlaf-Verhaltensprogramme genau?

Für mich ist das also eine problematische Studie von Leuten, die sich zudem als klare Verfechter der angewendeten Schlaf-Verhaltensprogramme outen (“Furthermore, teaching parents to regulate their children´s sleep behavior is a form of limit setting that, combined with parental warmth, constitutes the optimal, authoritative, parenting style for child outcomes.”)

Auch ist die introduction und discussion im Grunde “marketing”. Denn angeblich (und im logischen Widerspruch zu dem selbst vorgebrachten Argument in der Einleitung: “Interestingly, this debate is largely framed around possible harms rather than the potential for lasting benefits.”…) ist die Grundhypothese des Papers ja die, dass es bei der Behandlung von Baby-Schlafproblemen keine Unterschiede geben sollte in : (1) child emotional and conduct behavior (primary outcomes), sleep, psychosocial health-related quality of life, and diurnal cortisol as a marker of stress; 2)child-parent relationship, disinhibited attachment; or (3) maternal mental health or parenting styles.

Aber ist das denn wirklich eine für diese Diskussion stimmige Annahme? Die Autoren selbst schreiben ja von “potential for lasting benefits” und gehen in der Einleitung sogar noch weiter: “it is entirely possible that benefits to maternal mental health may extend beyond the medium-term already demonstrated”… Und in der Tat muss man sich als Leser doch fragen: da wird eine angeblich maßgeschneiderte Intervention durchgeführt, die laut vorheriger Analysen auch tatsächlich effektiv ist, also ihr Ziel erreicht: dass die Kinder besser schlafen und die Familien weniger gestresst und deprimiert sind. Jetzt, wo es um die Frage der psachologischen Langzeit-Auswirkungen geht, würde man da doch erwarten, dass die Null-Hypothese der Autoren die ist: dass davon dann auch langfristige Vorteile übrig bleiben. Aber davon ist jetzt nicht mehr die Rede. Die Null-Hypothese lautet vielmehr: no harm. Jetzt auf einmal, wo die Entwickler dieser Intervention ihre 6-Jahres-Nachuntersuchung machen, soll es zur positiven Bewertung des Programmes ausreichen, dass kein Schaden angerichtet wird? Das muss doch dann auch in der Diskussion irgendwie als Problem diskutiert werden: man rackert und rödelt, um den Familien mit einem speziellen Programm zu helfen – und dann stehen die nachher genau gleich da wie die, für die man eben nicht speziell geackert und gerödelt hat. Man müsste diese Frage zumindest diskutieren.

Das ist also eine dieser “Studien”, die eine Objektivität behaupten, die sie nicht haben (und aus methodischen Gründen auch nicht haben können).Aber gottseidank glauben im wissenschafltichen Diskurs sowieso nur diejenigen an die Ergebnisse, die auch die Grundannahmen der Forscher teilen…

Habs gut gell!

H

Okay, das ist jetzt sehr lang geworden, und man muss auch nicht alles lesen, denn, das kann ich (auch mir selbst) nicht oft genug sagen: es geht bei diesen Fragen im Grunde nicht um irgendwelche Experimente oder sonstige Studien, es geht um die Gestaltung von Beziehungen. Wenn ein Rostocker Schlaf-Forscher davor warnt (wie kürzlich geschehen), die Babys in den Schlaf zu singen (Begründung: sie gewöhnen sich daran und werden von der Anwesenheit des oder der Singenden abhängig), dann darf er das sagen – und von mir aus auch “wissenschaftlich” begründen.

Und andere dürfen darüber von Herzen lachen (oder weinen). Wie gesagt, wie wir miteinander leben wollen, das wollen und dürfen wir selbst entscheiden. Es macht ja auch niemand einen Bio-Bauernhof auf, nur weil die Wissenschaft festgestellt hat, das sei besser. Und wir geben unsere Kinder auch nicht in Krippen (oder betreuen sie zuhause), weil irgendein wissenschaftliches Institut das gut findet (oder aber schlecht). Wer sein Leben selbst gestalten will, muss selbst denken. Und die Anregungen dazu werden heute ja nicht unter dem Ladentisch gehandelt. Das schreiben sich Leute wie Nora Imlau, Sibylle Lüpold und auch ich die Seele aus den Fingern. Und Frau Kast-Zahn natürlich auch. Wem ihr Bild gefällt vom Umgang mit einem Baby, wird das nicht deshalb schrecklich finden, weil ein Renz-Polster dagegen ist. Unser Menschenbild hat etwas mit unserer eigenen Beziehungsbiographie zu tun und damit, wie wir gerade im Leben aufgestellt sind. Wer glaubt, das sei ein Resultat der besseren Argumente, macht sich zu viel Druck oder nimmt sich zu wichtig. Und wer im Jahr 2014 sein Baby nicht mehr in den Schlaf singt, weil das ein Rostocker “Schlaf-Experte” empfiehlt, hat einfach ein Problem, das auch wir nicht lösen können.

No news is good news …

… sagt man ja so, aber in einem Blog: ziemlich inakzeptabel! Hier also jetzt mal ein Lebenszeichen.

Also was hat sich an der Wiege von WKHW getan? BELTZ hat eine nette Taufe organisiert im Babylon in Berlin, ein altes Kino am Rosa Luxemburg Platz. Der Saal war zwar viel zu groß für die überschaubare Festgemeinde, aber wir hatten einen bunten Abend, durchaus mit Kontroversen (unter anderem über die Frage, wann denn nun endlich die große Reform unseres Bildungswesens kommt, da ist Gerald Hüther eher optimistisch, ich eher pessimistisch…).

Dann gabs die ersten Rezensionen und Interviews. Ganz interessant deshalb, weil mir die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung immerhin eine Seite gab, und das Gespräch auch wirklich ziemlich an die Wurzel ging. Wer das Interview lesen will:

http://kinder-verstehen.de/images/F.A.S._vom_22.09.13_7_Ausschn.jpg

Zuvor hatte schon ZEIT online ein Interview gebracht, etwas breiter angelegt: http://www.zeit.de/gesellschaft/familie/2013-09/renz-polster-natur-kind

Und gestern meldete sich dann Deutschlandradio Kultur zu WKHW: “Dieses Buch hat viel von einer Sommerwiese, bunt, vielfältig und voller Leben.” Die Rezensentin gab mir dann noch einen Tipp mit auf den Weg: “Etwas mehr Stringenz und weniger Plauderton hätte den Hautkapiteln nicht geschadet. Gerald Hüther macht vor, wie das geht.” Na gut, immerhin bunt und voller Leben.

Von der Redaktion des für einen bedürfnisorientierte Umgang mit Kindern eintretenden Magazins “für uns” (dahinter steht die Stiftungsinitiative fuerkinder.org) gab es dagegen einen sauberen Verriss, die Blümlein auf der Sommerwiese sind da weder mit Dünger noch mit Gießen zu retten. Das Buch schildere zu wenig die Rolle und Bedeutung der Eltern für die Entwicklung der Kinder und sei deshalb ein “Kompromiss mit dem Mainstream”. Echte Selbstwirksamkeit sei für ein Kind nur außerhalb der KiTas zu erleben, denn das koste nun einmal Zeit, “die die Erwerbstätigkeit nicht hergibt.” Auch mit einer Rezension kann man ja mal seinen Punkt rüberbringen, wenn der Druck entsprechend hoch ist.

Und dann war ich mit dem Buch-Thema auch ganz gut unterwegs auf den verschiedensten Veranstaltungen. Gut in Erinnerung ist mir unter anderem ein Vortrag vor Pädagogik-Studentinnen und -studenten an der PH Linz, der vom dortigen Bildungsfernsehen aufgezeichnet wurde, hier der Vortrag auf Youtube: http://www.youtube.com/watch?v=9x0hMZsMZqk

Ich glaube man merkt, dass mir das Freude macht. Und so soll es auch weitergehen. (-:

Ouuups, eine Zwillingsgeburt !!!!!

Jetzt haben sich da doch einige Menschen über dieses schön eingewickelte Bündel gebeugt, es untersucht, begutachtet – darunter examinierte Hebammen, Kinderärzte und sogar Großmütter. Ihnen ist trotzdem etwas ganz Entscheidendes entgangen. WKHW ist nämlich in Wirklichkeit…

… eine Zwillingsgeburt !!!

Und ich frage mich seither vor allem das: wie konnte das passieren, auf dem heutigen Stand der Technik? Wo es doch Ultraschall gibt – das sollte doch eigentlich jedes Versteck im Mutterleib erreichen! Aber nein, jetzt haben wir wieder den Salat. Wie zu Zeiten des Hörrohres selig.

Wie im Jahre 1960. Eine schwangere Frau namens Irene (mit 33 Jahren gehört sie schon zu den älteren Müttern) kommt zu ihrer letzten ärztlichen Untersuchung, drei Wochen vor der Geburt. Bei der Untersuchung davor: alles gut, alles in Ordnung, Frau Renz! Und jetzt also die Nachricht: Sie haben Zwillinge!! Welche Freude…

Die da dann drei Wochen später aus ihrer Zwangshaltung befreit werden, heißen: Ulrich (der Erstgeborene) und Herbert. Gleich schwer, gleich lang, gleiches Gesicht (Beweisphotos 1, siehe unten)

Aber natürlich ist das nicht die Zwillingsgeburt, von der hier zu reden ist. Die nämlich geht so: am 9.9.2013, dem Erscheinungstermin von WKHW, erschien noch ein zweites Buch, aus der Feder eines gewissen Ulrich Renz, ehemaliger Mitbewohner auf engstem Raum. Bestimmt der, der sich so lange versteckt gehalten hat. Er muss das damals als sehr anstrengend empfunden haben, denn der Titel seines Buches heisst:

Die Tyrannei der Arbeit – wie wir die Herrschaft über unser Leben zurückgewinnen.

Ein Buch über den Stoff, aus dem moderne Gesellschaften sind: Arbeit. Der “Lebenslauf” von uns Heutigen ist ja in Wirklichkeit ein Arbeitslauf. Eine spannende, tiefgründige und erhellende Analyse – muss ich sagen, und das in intimer Kenntnis des Stoffes. Denn Ulrich und ich haben doch diese Masche: jeder liest beim anderen Korrektur. Rabiat und rücksichtlos, wie Zwilling zueinander nun einmal sind (Beweisphoto 2, siehe unten).

Beweisphoto 1

Beweisphoto 1

Beweisphoto 2

Beweisphoto 2

Erste Resonanz(en)

So also jetzt kommen sie rein, die ersten Besprechungen von WKHW.

Die erste war eine lang ausgedehnte Rezension, nämlich abends beim Kochen im Urlaub, Sterne drüber, wie man sich das so vorstellt. Mein Vorab-Exemplar war nämlich mit auf der Reise und immer wieder wurde reingelesen oder sogar vorgelesen (wir waren als Komplettfamilie unterwegs, zu 6t, also inklusive “Kinder” – 15, 20, 22, 26 J). Das ist dann schon nett – huch, wer hat denn DAS geschrieben…? Und Judith ist gleich nach dem Nachhausekommen zur Tat geschritten und hat für ihre Facebook-Kontakte eine Komplett-Besprechung gemacht, die in etwa so geht: Mein Vater hat ein Buch geschrieben, es ist richtig gut, ehrlich.

Aber da war einer in diesem Blog hier schon lange weit voraus: Ingbert Grimpe, der da dieses  schrieb. Danke! Ein Mann der Bits und Bytes nehme ich schwer an (die Spezies ist hier bekannt und beliebt und umworben… – mein Sohn Johannes studiert Informatik). Das Thema Medien, ja, da wird noch viel zu reden sein, und ich bin überzeugt, dass wir alle bei vielen unserer Einschätzungen eigentlich mehr spekulieren als sicher wissen.

Und dann das Tollste, was einem nach der Geburt von so einem Kindle passieren kann: dass die Hebamme sich übers Baby beugt und sagt: so ein süßes Bobbele aber auch! Und so ist´s geschehen! Das Lob kam von der Berliner Hebamme Jana Friedrich, die den HebammenBlog unterhält, ein, wie ich sehe, deutlich aufgeräumterer und professionellerer Laden als dieser hier… Hier ihr Beitrag – und Danke fürs Schreiben!

http://www.hebammenblog.de/buchtip-wie-kinder-heute-wachsen/

Und dann kam gestern noch ZEIT online dazu, mit einem Interview. Das ist jetzt mit “Begeisterung soll das Kind leiten” betitelt, ursprünglich war “Kinder in der Kribbelzone” angedacht, was mir besser gefallen hat. Aber gut, ich finde für die vielen Themen, die ich da über Frau Sadigh brachte, ist das ein runder, gelungener Beitrag geworden (es kann bei Interviews nämlich schon mal vorkommen, dass man einen Text bekommt, von dem man denkt, da hat ein Alien drauflos gelabert…). Also schön.

Buch-Geburtstag

So, jetzt ist es soweit.

Mein neues Buch “Wie Kinder heute wachsen” ist auf die Welt gekommen. Geburtsgewicht 706 Gramm, Länge 23 cm. Kopfumfang: 36 cm (humanes Format also). Ach ja: grüne Augen! Eine Webseite hat es auch schon, ist ja heute ein Muss: www.kinder-verstehen.de (die teilt es natürlich mit seinen Schwestern und Brüdern, wir wollen den Neuling ja nicht gleich zum Egoisten aufbauen).

Beginnen wir mit dem größten Spaß, der Zeugung. Die war an einem kalten Januartag 2012. Da bekam ich eine Mail von Gerald Hüther, er hätte Lust zu so was – ich auch? Und zwar zu einem Buch über die “Naturerfahrung des Kindes”.

Schluck. Aber warum nicht, schließlich bin ich sozusagen auf Bäumen aufgewachsen und habe schon so manches Mal darüber nachgedacht, was Kinder so in ihrer Entwicklung bewegt, Spielen und freies Gestalten draußen inklusive.

Also haben wir drauf los gemacht, ziemlich munter, denn was gibt es da nicht alles zu sagen, so naturerfahrungslos wie Kinder heute aufwachsen!

Und dann die Schwangerschaftsübelkeit, schlimme Phase. Was ist das denn überhaupt, Natur? Ist das alles, wo ein Himmel drüber ist? Wo es grün ist und ein Bächle fließt? Sind das die Orte, wo Kinder sich ihre Naturerfahrungen abholen? Und was ist dann mit dem alten Speicher bei Tante Maria – ist das Spielen dort für Kinder nicht auch super spannend – so was ähnliches wie Natur? Und was ist, wenn die Kinder ihre Spiele nicht im Wald spielen, sondern – etwa auf einer Bühne und dort tolles Theater machen, oder Zirkus? Ist das dann weniger “natürlich” und deshalb vielleicht weniger werthaltig für ihre Entwicklung?

Es war dann eigentlich die spannendste Phase für mich, über den Naturbegriff nachzudenken und danach die Konzeption des Buches auszurichten. Spannend deshalb, weil damit das Thema auf einmal auch weit hineinreichte in das, was Kinder drinnen machen, Mediengebrauch und -gestaltung inklusive. Tatsächlich ist so aus dem “Naturbuch” ein Buch geworden, in dem es viel um den Innenausbau der kindlichen Seele geht – wie sie ihre Perspektive auf die anderen Menschen entwickeln, wie sie sich Sprache aneignen, ja, wie sie überhaupt Beziehungen gestalten. Und nicht umsonst dreht sich das längste Kapitel in dem Buch um Computer, Medien und Co.

Und deshalb heisst das Buch nicht etwa: DAS GROSSE DRAUSSEN (das war durchaus auch mal auf der Liste). Sondern eben – und das ist jetzt der volle Namen unseres Kindes:

Wie Kinder heute wachsen. Natur als Entwicklungsraum. Ein neuer Blick auf das kindliche Lernen, Fühlen und Denken.

Wer stöbern will, kann das auf vielen Pfaden tun. Da gibt es die Pressemappe, inklusive Thesen zu diesem Thema. Und auch die ersten 30 Seiten des Buches stehen online.

Drumrum wird es natürlich einige Feste geben. Eine tolle (hoffe ich doch!) Auftaktveranstaltung im Babylon in Berlin etwa, am 24.9. Und dann natürlich einiges auf der Buchmesse in Frankfurt.

Das erste Fest aber ist – so will es die Tradition – schon gelaufen, also das intime Kennenlernen, wenn einem die Hebamme dieses gut riechende Bündel in den Arm legt (die Hebamme war übrigens ein Mann, Dr. Claus Koch vom BELTZ-Verlag, der in der Endrunde ganz tapfer die Herztöne gemessen hat, ob wir das mit dem Termin denn auch ohne längere Übertragung  schaffen werden…. der übliche Stress bei heutigen Geburten halt, aber sehr lieb und stilsicher ausgeübt – Danke dafür!).

Und dann sind wir losgezogen, also meine Frau und die gerade zugange gewesenen Kinder, und sind mit dem Kanu auf den See gefahren (das ist bei uns der Bodensee). Und da das Werk lange angeschaut, Sekt dazu, und was man halt so macht.

Mein neuer Schatz

Mein neuer Schatz – frisch gedruckt

Warum mich Renz-Polster so langsam nervt

Schön, das Leben unter Bloggern! Zum einen: ich getraue mich jetzt kaum mehr in den Urlaub zu fahren, dank Ingbert Grimpe – der hilft mir nämlich mit einer Antwort auf meinen letzten Blogeintrag auf die Sprünge – ich soll mal endlich Werbung machen für mein neues Buch!

Hier seine Anregung/Aufschrei: “1. (an den schreibenden Doktor): Wenn man ein Buch schreibt und öffentlich vorstellt und wenn man ne Webseite, einen Blog und ne Facebook-Seite hat, dann wäre es ggf angebracht, dafür WERBUNG zu machen Ich tu das dann einfach mal: http://www.babylonberlin.de/literaturlive.htm#Di,_24.09.2013_-_20:00
Für mich ist Berlin jetzt ein bißchen jwd, aber angeblich sollen in der Stadt ja doch ein paar Menschen wohnen und der ein oder andere könnte ja ggf Interesse haben.”

Also, ja, Danke, aber klar doch (schweißwisch…). Und damit bin ich bei diesem Eintrag in einem anderen Blog (puddingteilchen): Warum mich Renz-Polster so langsam nervt!

http://puddingteilchenn.blogsport.de/2013/07/22/warum-mich-renz-polster-so-langsam-nervt/

Ich lese da, dass ich wohl ein neues Buch geschrieben hätte und darin – ganz offensichtlich – als Bullerbü-Romantiker auftrete. Das ist deshalb interessant: erstens ist mein neues Buch noch gar nicht erschienen, Puddingteilchen interpretiert da jetzt aber schon mal einfach was zwischen die Buchdeckel (ja, die sind grün – der Bullerbü-Verdacht erhärtet sich!). Aber wo Fantasie am Werk ist kann man niemandem was übel nehmen, in diesen heilgen Hallen eines Blogs ja schon gar nicht, zumal Puddingteilchen eigentlich ganz nett mit mir umgeht (ausserdem habe ich nun doch schon ein dickes Fell – zuletzt las ich etwa in einer Rezension, ich würde mich für das möglichst frühe Beifüttern einsetzen, danke auch, ich lerne immer wieder was Neues über mich…)

Aber Danke an Puddingteilchen, denn das ist jetzt DIE Steilvorlage um endlich dieses mein neues Buch offiziell auch hier in meinem Blog anzukündigen – UND damit Ingbert Grimpe zufrieden zu stellen, UND dann endlich in Ruhe in den Urlaub fahren zu können.

Also ganz offiziell: am 9.9. dieses Jahres erscheint mein neues Buch (ich habe es zusammen mit Gerald Hüther geschrieben):

“Wie Kinder heute wachsen. Natur als Entwicklungsraum. Ein neuer Blick auf das kindliche Lernen, Denken und Fühlen.”

Um was es da geht? Das steht auf meiner Webseite, und zwar hier:

http://kinder-verstehen.de/wie_kinder_heute_wachsen.html

Und nur damit es alle wissen: es hat riesen Freude gemacht es zu schreiben, und manches darin wird nerven, hoffentlich!