Neues zum Plötzlichen Kindstod (SIDS)

Eltern eint immerhin eine Erfahrung. Wird ihr Baby müde, so passiert eine Gemeinheit: als werde ein unsichtbares Gummi angespannt, zieht es das Baby auf einmal mit Macht zu seiner wichtigsten Vertrauensperson. Sein „Bindungssystem wird aktiviert“, wie die Entwicklungspsychologie sich ausdrückt. Es will kuscheln, sagen die einen Eltern. Es hat möglicherweise eine Schlafstörung, mutmaßen die anderen.

Immerhin kann die Verhaltensforschung den Grund für dieses seltsame Verhalten benennen: über 99% der menschlichen Geschichte hätte ein Baby, das ohne Protest einfach alleine eingeschlafen wäre, den nächsten Morgen nicht erlebt. Es wäre von Hyänen verschleppt oder bei einem nächtlichen Temperatursturz unterkühlt worden. Und weil das Betriebssystem der Kinder nicht mit jeder Generation neu formatiert wird, suchen leckere kleine Menschenkinder bis heute die Nähe eines vertrauten Erwachsenen, wenn sie müde werden.

Und damit beginnt das Problem vieler Eltern. Darf ein Säugling denn überhaupt im Bett seiner Eltern schlafen? Oder droht ihm dort vielleicht – der Plötzliche Kindstod?

Diese Frage treibt Eltern nun schon seit Jahrzehnten um, und sie wird bis zu diesem Tag auch unter Wissenschaftlern, Kinderärzten, Hebammen und Stillberaterinnen heiß und kontrovers diskutiert.

Jetzt liegt dazu eine neue Studie des Britischen Kindstod-Forschers Peter Blair vor, und sie ist in mancherlei Hinsicht bemerkenswert. Denn sie beruht zum einen auf  sehr guten, aktuellen Daten. Und sie setzt zum zweiten direkt an der wohl wichtigsten Frage der Eltern an, nämlich: schläft unser Baby gefahrlos im Elternbett, wenn wir bestimmte Risiken vermeiden, wie etwa Rauchen oder Alkoholkonsum?

Und die Studie kommt, zum Dritten, zu einer eindeutigen Antwort: werden die bekannten Risikofaktoren vermieden, so ist das Schlafen mit einem Baby unbedenklich.

Der Stand der Debatte

Bevor ich mich aber näher zu der Studie äußere, will ich kurz auf die Debatte rund um das geteilte Elternbett (in der Fachliteratur auch bed sharing oder co-sleeping genannt) in Deutschland eingehen. Denn sie ist ebenfalls bemerkenswert, in mehrererlei Hinsicht.

  • Zum einen stehen in der Diskussion weniger die Informationen im Vordergrund als vielmehr die Emotionen. „Die meisten Mütter kennen die Situation“, heisst es etwa bei Spiegel online. „Das Baby wacht nachts auf und will trinken. Die Mutter nimmt es zu sich, stillt, beide schlafen ein. Das passiert, weil die Übermüdung groß ist, weil die körperliche Nähe das Kind beruhigt, weil es einfach schön ist. Und es passiert, obwohl mittlerweile viele Eltern wissen, dass ihr Kind ein größeres Risiko für den plötzlichen Kindstod hat, wenn es mit ihnen in einem Bett schläft.“ Welch grauenhafte Vorstellung: Einmal seinem Herzen folgen – und schon ist es passiert!
  • Anders als etwa in Großbritannien oder der Schweiz gibt es in Deutschland für Eltern von ärztlicher Seite kaum Unterstützung, die ihr Kind bei sich im Bett schlafen lassen wollen. Während  die Schlafempfehlungen bei Unicef UK oder bei der Schweizerischen Gesellschaft für Pädiatrie auch Ratschläge zum sicheren Elternbett enthalten, liegt die Informationshoheit in Deutschland oft bei privaten Vereinen, wie etwa der Babyhilfe Deutschland, die sich in Elternmagazinen unter der Rubrik „Sicher und Geschützt“ dann etwa so zu Wort meldet: „Kinder, die in den ersten drei Monaten im Elternbett schlafen, haben ein 20-fach erhöhtes SIDS-Risiko.“ Eltern können solche Aussagen weder einordnen (ist das belegt?) noch überprüfen (woher stammt die Information?).
  • Zum Dritten scheint die Debatte um den „sicheren“ Schlafort in Deutschland durch eine weitere, ebenfalls emotionale Frage befrachtet – die Frage nach dem „richtigen“ Schlafort. Für viele in Deutschland tonangebende Experten, wie etwa die Psychologin und Autorin Annette Kast-Zahn („Jedes Kind kann schlafen lernen“), gehören Babys ins eigenes Bettchen – das sei Teil einer Erziehung zur Eigenständigkeit. In wieder anderen Kreisen gilt das Schlafen mit einem Baby sogar als „Verwöhnung“. Eltern, denen das geteilte Elternbett als normaler, wünschenswerter Teil des Familienlebens erscheint, sind damit in einer echten Klemme: die öffentliche Diskussion und Expertenmeinung wird oft von denen dominiert, die ihrem eigenen Lebensstil als Familie ablehnend gegenüber stehen – und die mit dem „Sicherheitsargument“ dann doch das gewichtigste Wort für sich in Anspruch nehmen. Auch Annette Kast-Zahn stützt sich in ihrer populären Schlaffibel auf „Sicherheitsexperten“ – diese würden das Schlafen mit einem Baby wegen einer möglichen „Überhitzung“ als gefährlich ansehen.
  • Vielleicht erklärt diese Verquickung eine seltsame Tatsache: in der öffentlichen Diskussion rund um den Plötzlichen Kindstod ist viel und sehr emotional von den Gefahren des Elternbettes die Rede – von den möglichen Gefahren eines eigenen Zimmers dagegen  haben viele Eltern noch nie gehört. Dabei sind sich die SIDS-Forscher schon seit Jahrzehnten einig, dass ein in einem eigenen Zimmer schlafendes Baby ein zwei- bis dreifach erhöhtes Risiko für den Plötzlichen Kindstod hat. Auch die Psychologin Annette Kast-Zahn, die diesen Zusammenhang eigentlich kennen sollte, findet es „hilfreich“, wenn die Eltern ein Baby vom Elternzimmer ins eigene Kinderzimmer verfrachten – urplötzlich richtet sie sich hier nicht mehr nach dem Rat der „Sicherheitsexperten“. Auch die populäre Berichterstattung scheint auf die möglkchen Gefahren geradezu abonniert. Kaum vorstellbar, dass etwa ein deutsches Leitmedium die oben zitierte Geschichte in dieser Fassung bringen würde: „Die meisten schwangeren Mütter kennen die Situation: man richtet in Gedanken schon das Kinderzimmer für den Nachwuchs ein, die zart blauen Vorhänge, den Wickeltisch, das Bettchen. Das passiert, weil die Vorstellung von einem solchen trauten Nest einfach schön ist. Und es passiert, obwohl mittlerweile viele Eltern wissen, dass ihr Kind ein größeres Risiko für den plötzlichen Kindstod hat, wenn es in einem eigenen Zimmer schläft.“

Kurz: Die Debatte um die Gefährlichkeit des Elternbetts in Deutschland ist von Zutaten geprägt, die eine echte Debatte erschweren: Ängste, Emotionen, kaum nachprüfbare Informationen. Mit der schlimmsten Sorge, die Eltern haben können, nämlich dass sie ihr Kind schädigen könnten, wenn sie ihrem eigenen Herzen folgen, stehen viele Eltern in Deutschland heute alleine da.

Der Stand der Forschung

Dass die Frage „Wo soll mein Baby schlafen?“ bei Eltern als erstes Angst und Sorge auslöst, steht in einem merkwürdigen Kontrast zu den Entwicklungen in der SIDS-Forschung, die eigentlich in den letzten Jahren viel Grund zu Entspannung, ja, zu Optimismus liefert, und das in mehrfacher Hinsicht:

  • Die SIDS-Fälle haben deutlich abgenommen – sie kommen heute 10 mal seltener vor als noch vor 25 Jahren. Verstarben im Jahr 1991 in Deutschland noch 1286 Babys am Plötzlichen Kindstod, so waren es im Jahr 2012 nur noch 131. Und das nicht etwa, weil das geteilte Elternbett aus der Mode gekommen wäre – diese Praxis ist heute nicht seltener als damals. Auch in anderen OECD-Ländern sind die Zahlen um etwa 90% gesunken. Das heisst: Der Plötzliche Kindstod ist noch immer eine reale Gefahr – aber er ist zu einem sehr seltenen Ereignis geworden.
  • Die Daten zeigen außerdem das immer gleiche Muster: Praktisch alle SIDS-Fälle sind heute mit bestimmten, grundsätzlich vermeidbaren Risiken verbunden: die betroffenen Babys wurden in den weitaus meisten Fällen nicht gestillt (es ist schon seit längerem bekannt, dass Stillen das SIDS-Risiko um etwa 50% senkt), ihre Mütter sind zumeist Raucherinnen, oder es sind Alkohol, Drogen oder Schlafmittel im Spiel. Oder das Baby wurde in einer unsicheren Schlafumgebung gebettet – etwa auf einer Coach. Oder es wurde in Bauchlage ins Bettchen gelegt. In vielen neueren Studien lässt sich praktisch kein SIDS-Fall mehr finden, bei dem nicht ein besonderes, meist vermeidbares Risiko vorgelägen hätte.
  • Die SIDS-Forschung dreht sich deshalb heute immer öfter um eine ernst zu nehmende Frage. Könnte es vielleicht sein, dass die rigiden Empfehlungen gegen das geteilte Elternbett selbst zu einer Gefahr für die Babys werden? Etwa, weil manche Mutter das nächtliche Stillen als so anstrengend empfindet, dass sie eher damit aufhört? Oder weil sie ihr Kind nachts dann vielleicht in einer unsicheren Umgebung stillt, wie etwa auf einem Sessel – und dort mit dem Baby einschläft? Und, so fragen etwa Entwicklungspsychologen und Bindungsforscher – was bedeutet die Angst vor dem gemeinsamen Schlaf für Familien, deren Baby im eigenen Bettchen einfach unruhig und unzufrieden ist? Wird dadurch nicht der sowieso belastende Übergang ins Familienleben noch schwieriger als er ohnehin schon ist? Wird dadurch nicht vielleicht der Aufbau eines wichtigen „Entwicklungskapitals“ erschwert, nämlich einer sicheren, verlässlichen Beziehung?

Warum ist die Diskussion so willkürlich?

Und obwohl ich weiß, dass ich nun endlich auf die eingangs angeführte Studie eingehen sollte, muss ich hier noch einmal auf den wissenschaftlichen Hintergrund der „Elternbett-Frage“ zu sprechen kommen. Denn nur wer die Schwierigkeiten kennt, mit denen die Forschung bei der Klärung dieser Frage zu kämpfen hat, kann verstehen, warum auch die Wissenschaft oft genug mehr Nebel produziert als Klarheit. Warum immer wieder Studien durch die Presse getrieben werden, die dann von anderen Wissenschaftlern umgehend  heftig kritisiert werden (ein solches Beispiel stellt etwa die Studie des SIDS-Forschers Carpenter dar, die im Jahr 2013 Aufsehen erregt hat – aber trotz offensichtlicher Mängel bis heute oft zitiert wird).  Nur wer um die Begrenzungen solcher Studien weiß, wird Verständnis dafür aufbringen, dass es zum Plötzlichen Kindstod zwar viele „Ergebnisse“ gibt – aber genauso viele Meinungen, wie diese denn zu interpretieren sind.

Dabei ist die Ausgangssituation zur Frage SIDS und Elternbett eigentlich sonnenklar. Sie ist gut messbar, und sie ist unter allen SIDS-Forschern unstrittig: in den modernen Industrieländern versterben Babys im Elternbett etwa zwei bis drei mal so häufig am Plötzlichen Kindstod als wenn sie im eigenen Bett im Schlafzimmer der Eltern schlafen.

Nur: genau so klar ist etwas zweites. Unter der Flagge „Elternbett“ segeln sehr unterschiedliche Dinge. Schlafen im „Elternbett“ bedeutet für das eine Baby, dass es bei seiner stillenden Mutter liegt, die weder raucht, noch Alkohol, Drogen oder Schlafmittel zu sich genommen hat. Ein anderes Baby ist im Elternbett vielleicht Zigarettenrauch ausgesetzt. Oder einer alkoholisierten Mutter. Oder einer Mutter, die von Marihuana benebelt ist. Oder das Baby könnte dort bei einem Menschen zu liegen kommen, der gar nicht seine Mutter ist, sondern – der Babysitter. Oder das „Bett“ in dem es mit seiner Mutter schläft, könnte vielleicht gar kein Bett sein – sondern ein Sofa. Oder ein Sessel, auf dem Baby und Mutter beim Stillen eingeschlafen sind. Oder das Baby könnte im Bett der Mutter gelandet sein, weil es den ganzen Tag quengelig war und vielleicht eine Krankheit ausbrütet. Kurz: es gibt nicht „das Elternbett“ – es gibt deren viele.

Und damit steht die Wissenschaft vor einem erheblichen Problem: wie kann sie diesen Knäuel an unterschiedlichen Bedingungen, die da herrschen, entwirren? Die Eltern interessieren sich ja nicht für abstrakte Statistik, sondern für ihren eigenen, persönlichen Fall – und fragen dann zum Beispiel: Ist der gemeinsame Schlaf auch dann gefährlich, wenn ich als Mutter „alles richtig mache“ – also nicht rauche, nicht von Alkohol, Schlafmitteln oder Drogen benebelt bin und mein Baby auf einer Unterlage bette, auf der es nicht in einen Graben rutschen kann, wie etwa auf einem Sofa, einem Sessel, oder einem Wasserbett?

Die Preisfrage für die Wissenschaft aus praktischer Sicht ist also die: Ist das gemeinsame
Schlafen an sich gefährlich? Oder sind bestimmte Umstände für das erhöhte Risko im Elternbett verantwortlich? Letzteres wäre ja schon deshalb plausibel, weil im Elternbett viele schädigenden Einflüsse auf das Baby deutlich direkter und damit stärker wirken als wenn das Baby in einem eigenen Bett liegt – man denke nur an Zigarettenrauch oder an die Auswirkungen von zu viel Alkohol.  Für ein Baby, das in seinem eigenen Bettchen schläft, macht es ja nicht einmal einen großen Unterschied, wenn die Mama hier und da einmal einen Joint raucht – für ein Baby das nachts neben ihr kuschelt aber unter Umständen sehr wohl.

Und genau dieses „Entwirren“ ist in Wirklichkeit eine extrem schwierige Herausforderung für die SIDS-Forschung. Denn die beste und sicherste Methode, die Wissenschaftler zur Klärung komplexer Fragen verwenden,  kann bei der Erforschung des Plötzlichen Kindstods nicht angewendet werden: das Experiment. Etwa ein Experiment nach dem Muster: alle an einem geraden Datum geborenen Babys schlafen bei ihrer Mutter, die an einem ungeraden Datum Geborenen im eigenen Bett. Und dann ändert man noch in jeder Gruppe systematisch die Schlafbedingungen – die eine Gruppe von Müttern etwa raucht, die andere nicht… Und vergleicht dann in den auf diese Weise gebildeten Gruppen die Häufigkeit des Plötzlichen Kindstods… Natürlich ist das unmöglich.

Stattdessen ist die Forschung beim Plötzlichen Kindstod auf Analysen im Nachhinein angewiesen. Sie untersucht deshalb die Kindstod-Fälle und versucht herauszufinden, unter welchen Umständen das tragische Ereignis passiert ist. Dazu bekommen die betroffenen Eltern zum Beispiel einen Fragebogen zugeschickt, in dem sie – oft aus dem Rückblick mehrerer in Trauer und Verzweiflung verbrachter Wochen – schildern sollen, welche Umstände in der Todesnacht vorgelegen haben. Etwa, ob in der Todesnacht geraucht worden war, wie das Bett beschaffen war, ob Alkohol im Spiel war und wenn ja, wie viel. Und so weiter. Um diese Einflüsse statistisch bewerten zu können, erhalten gleichzeitig andere, mehr oder weniger zufällig ausgewählte Eltern gesunder Kinder denselben Fragebogen zugeschickt. Anschliessend wird dann durch statistische Methoden ermittelt, welchen Faktoren möglicherweise ein ursächlicher Einfluss zugeschrieben werden kann.

Dass die Methodik solcher Fall-Kontroll-Studien, wie sie auch genannt werden, problematisch ist, steht außer Zweifel. (Ich habe mich zu den damit verbundenen Schwierigkeiten vor einiger Zeit  in einer Zeitschrift für Kinderärzte geäußert.) Die Interpretation wird umso unsicherer, je lückenhafter die Auskünfte sind, die den Forschern zur Verfügung stehen. So enthalten gerade  ältere Studien oft nur wenig Daten etwa über einen möglichen Drogen-Konsum der Eltern, und oft ist nicht einmal bekannt, ob ein Baby gestillt wurde oder nicht (Stillen wirkt als Schutzfaktor gegen SIDS). Auch ob ein verstorbenes Baby das Bett etwa mit der Mutter geteilt hat oder mit einem „Non-caregiver“ (Babysitter) ist vielfach nicht dokumentiert. Und nur in den wenigsten Studien wird unterschieden, ob das Baby routinemäßig bei der Mutter schläft, oder ob es nur in der Todesnacht bei den Eltern geschlafen hat (wenn Kinder nur ausnahmsweise mit ins Bett der Eltern genommen werden, könnten besondere Umstände vorliegen, die für den Tod mit verantwortlich sind). Wie sehr es auf solche feinen Unterschiede ankommt, zeigt eine Analyse aus Deutschland, in der sich für die regelmäßig im Elternbett schlafenden Babys kein erhöhtes SIDS-Risiko ergab, für die ausnahmsweise ins Bett genommen Babys dagegen sehr wohl. Gerade für die Frage der Sicherheit des Elternbetts sind möglichst vollständige Daten zu den möglichen Einflussfaktoren entscheidend – fehlende Daten führen nämlich aus statistischen Gründen dazu, dass das Risiko des geteilten Elternbett überschätzt wird.

Die neue Studie

Nun aber endlich zu der neu erschienenen Studie zur Sicherheit des Elternbetts. Der britische SIDS-Forscher Peter Blair hat dabei zwei englische Studien zu insgesamt 400 SIDS-Fällen ausgewertet, die sich durch einen vollständigen Datenbestand zu drei wichtigen Einflussfak-toren auszeichnen: Zigarettenrauchen, Alkoholkonsum und Ernährung des Babys (gestillt oder nicht gestillt).

Bei der ersten Analyse zeigte sich zunächst der bekannte Zusammenhang: wurden alle Fälle zusammen analysiert, so war der geteilte Schlaf tatsächlich deutlich gefährlicher als der Einzelschlaf – beim geteilten Schlaf  war das SIDS Risiko mehr als drei mal höher.

Wurden aber in der Statistik nur diejenigen Kinder betrachtet, die in einem Bett (also nicht auf einem Sofa oder Sessel) bei nicht rauchenden, nicht trinkenden Eltern schliefen – so war deren Schlaf insgesamt genauso sicher wie der von Babys, die im eigenen Bett im Zimmer der Eltern schliefen. Bei den älteren (über drei Monate alten) Babys war sogar ein Schutzeffekt des Elternbetts zu beobachten – sie hatten ein niedrigeres SIDS-Risiko als die im eigenen Bett im Zimmer der Eltern schlafenden Babys.

Und das im Elternbett angeblich „20-fach“ erhöhte SIDS-Risiko bei den unter drei Monate alten Babys? Diese aus einer älteren, zurecht vielfach kritisierten Studie abgeleitete Zahl hat sich nicht bestätigt. Auch in der hier vorgestellten Studie konnte zwar ein möglicherweise leicht erhöhtes Risiko für die kleineren Babys nicht ausgeschlossen werden – rein rechnerisch lag es für die unter 3 Monate alten Babys im Bereich des 1,6-fachen. Allerdings war dieser Wert statistisch nicht signifikant, das heisst, es lässt sich keine Aussage darüber treffen, ob diese leichte Erhöhung wirklich auf das geteilte Elternbett zurückgeführt werden kann, oder ob das an anderen Einflüssen liegt. Hier wäre zum Beispiel an einen möglichen Drogenkon-sum zu denken, der in der neuen Studie bewusst ausgeklammert wurde, da hierzu keine voll-ständigen Daten vorlagen (damit wird in dieser Studie die „Gefährlichkeit“ des Elternbetts eher über- als unterschätzt). Ebenso wurde in die Ergebnisse nicht eingerechnet, ob ein Baby routinemäßig im Bett der Eltern schlief oder nur aus einem besonderen Anlass – auch aus diesem Grund handelt es sich bei den vorliegenden Ergebnissen eher um konservative, die „Gefährlichkeit“ des Elternbetts eher überschätzende Angaben.

Mit großer statistischer Aussagekraft bestätigt die Studie dagegen eindrücklich, wie sehr bestimmte Einflüsse die Sicherheit des gemeinsamen Schlafens beeinträchtigen. So schlägt sich das Schlafen bei einem rauchenden Elternteil für den unter 3 Monate alten Säugling in einem immerhin 9-fach erhöhten SIDS-Risiko nieder. Beim Schlaf mit einer alkoholisierten Person tritt der Plötzliche Kindstod 18 mal häufiger auf, und beim gemeinsamen Schlafen auf einem Sofa ist das Risiko ebenfalls etwa 18 fach erhöht.

Besonders interessant und wichtig erscheint mir deshalb die Diskussion, die Prof. Blair anregt. Er schildert die Ausgangslage selbst so: „In our study (..) a number of families whose infants died informed us that they had been advised not to bed-share and thus fed the infant (and fell asleep) on a sofa.“ Auf Deutsch: „In unserer Studie haben uns mehrere von einem Todesfall betroffene Eltern mitgeteilt, man hätte ihnen geraten, das Baby nicht mit ins Bett zu nehmen und sie hätten deshalb ihr Kind auf dem Sofa gefüttert (wo sie dann eingeschlafen seien).“ Es ist also an der Zeit, dass wir den pauschalen Ratschlag gegen das Elternbett auf den Prüfstand stellen: sorgt inzwischen vielleicht die rigide Informationspraxis etwa der kinderärztlichen Verbände selbst dafür, dass Babys in Gefahr geraten? Dass dies eine reale Möglichkeit ist, zeigen die Daten dieser Studie.

Wir müssen darüber reden

Denn gerade die Eltern, die sich eigentlich ein Familienbett wünschen und dafür auch alles „richtig“ machen wollen, fühlen sich in Deutschland zwischen ihrer eigenen Präferenz und den „offiziellen“ Empfehlungen regelrecht zerrissen. Eltern übernehmen nun einmal Verantwortung, und damit steht für sie immer auch die Frage nach einer möglichen „Schuld“ im Raum: was wenn etwas passiert? So wie die Diskussion bisher läuft, sind immer diejenigen, die ihr Baby zu sich nehmen, die potenziell Schuldigen – schließlich hat man sich ja nicht an die Empfehlungen gehalten. Verstirbt dagegen ein Baby im eigenen Bett, so lautet die Frage ja doch eher, was wohl an dem Baby nicht in Ordnung gewesen ist.

Die Studie von Peter Blair zeigt, dass wir diese Frage ergänzen müssen, und zwar dringend: Was ist vielleicht an den derzeitigen Schlafempfehlungen in Deutschland nicht in Ordnung? Warum stellen sie das Schlafen mit einem Baby noch immer unter Generalverdacht – statt die Eltern über das zu informieren, was wirklich bekannt ist und auch unter denWissenschaftlern unstrittig ist: dass das geteilte Elternbett für ein Baby dann ein erhöhtes Risiko bedeuten kann, wenn die Eltern rauchen, Alkohol trinken, Drogen oder Schlafmittel nehmen, wenn das Baby bei Nicht-Pflegepersonen schläft, wenn das Bett nicht babygerecht ist (Sofa, Wasserbett, zu weiche Matratzen, Federbetten etc), wenn das Baby in Bauchlage schlafen gelegt wird, wenn es sich um ein frühgeborenes Baby handelt oder wenn das Baby nicht gestillt wird (letzteres gilt womöglich nur im ersten Lebenshalbjahr).

Vielleicht ist eine solche differenzierte Beratung schwieriger als pauschale Aussagen zu treffen. Für die Eltern aber macht diese Mühe einen entscheidenden Unterschied. Als Familie mit einem Baby zu leben, ist für sich genommen schon Herausforderung genug. Da gehört jeder Rat, der Angst und Unsicherheit verbreitet, unbedingt und immer wieder auf den Prüfstand.

 

((Dieser Blog-Eintrag steht auch als eigener Artikel auf meiner Webseite. Er kann dort heruntergeladen und in freier Verwendung elektronisch verbreitet oder abgedruckt werden.))

49 Gedanken zu “Neues zum Plötzlichen Kindstod (SIDS)

  1. Ich bekenne: Wir sind Familienbett’ler. Nicht aus „Überzeugung“ (höchstens dass wir überzeugt sind, nichts falsches zu tun) oder dogmatisch, sondern weil es sich so „ergeben“ hat. Das Stillen ist irgendwie deutlich einfacher und wenn das Kind schon bei uns liegt (inzwischen sogar zwei), dann müsste man später ja einen „Grund“ finden, warum es ausziehen sollte. Den Grund finden wir nicht – wir suchen allerdings auch nicht sehr heftig – womit der Verbleib im Familienbett dann automatisch erfolgt. Sollten die Kinder irgendwann den Auszug wünschen, so stehen wir ihnen natürlich nicht im Weg 😉

    Ich möchte auch noch mal auf Prof. James McKennas Arbeiten aus dem Schlaflabor der Universität von Notre Dame (USA) hinweisen. Wer einmal die Schlafaufzeichnungen des gemeinsamen, „dyadischen“ Schlafes von Mutter und Kind gesehen hat, der wird sich sicherlich nicht mehr so schnell die Frage stellen, ob das gemeinsame Schlafen mit einem kleinen Kind denn wirklich so falsch sein kann.

  2. Sehr wichtiger Beitrag – danke dafür. Wir sind auch „Familienbettler“ mit zwei Kindern und ich bin froh, dass meine Frau diesbezüglich sehr auf ihren Mutterinstinkt hört. Der weiß meistens doch am besten, was richtig für die Kleinen ist. Gut, wer ihn sich trotz aller Verwirr-Versuchen behalten kann.

  3. Wahnsinn! so viel Forschung! und der wichtigste punkt wird nicht erwähnt: die wohl stärkste medikamentöse fremdeinwirkung bei Säuglingen ist das impfen! in japan konnte die sids rate gesenkt werden, nachdem die impfungen in das 2. Lebensjahr verschoben wurden! forschungt hin oder her, einfach mal die beipackzettel der impfungen lesen und die liste der inhaltsstoffe nicht auslassn und mal kurz nachdenken: wann werden Säuglinge geimpft und in welchen lebensmonat findet sich das sids am häufigsten! ?!

    • Warum müssen die ImpfgegnerInnen/LobbyistInnen der Kindersargindustrie eigentlich ihre verdrehten Phantasiefakten ÜBERALL verbreiten? Ist das so eine Art Kreuzzug?

      Die Japan-Geschichte ist nicht mehr als das: Eine Geschichte, ein Märchen. Vllt. sogar eine böswillige Lüge.
      Das hier ist ganz gut erklärt, dafür muss man nur 30 Sekunden googlen:
      http://www.drwile.com/lnkpages/render.asp?vac_SIDS#r4

      In Wahrheit hat sich in einigen Studien gezeigt, daß ungeimpfte Kinder häufiger am SIDS sterben als geimpfte, zB Walker et al., 1987, Hoffman et al. 1997.

      • Glaube keiner Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast. Von der Seite, die ihr Geld mit Impfungen verdienen, wirst du nichts nachteiliges zum Thema Impfen finden…
        Ich habe mit Menschen gesprochen, die ihr Kind verloren haben, welches keine 12 Stunden zuvor geimpft wurde. Es gibt genügend Berichte von betroffenen Eltern, die ihr Kind nach der Impfung verloren haben, es gibt Statistiken, dass es vor Einführung der Impfung den plötzlichen Kindstod in der form gar nicht gab, es gibt Beiträge auf You Tube von schrill scheienden Kindern, die gerade geimpft wurden, es gibt Kommentare von ehemaligen Mitarbeitern sowohl vom Robert-Koch-Institut, als auch vom Paul-Ehrlicher Institut, die berichten, wie solche Sachen unter den Tisch gekehrt werden, nur um der Pharmaindustrie nicht zu schaden. Es gibt so unendlich viel Schlimmes zum Thema Impfen und Folgen zu lesen. Ich beschäftige mich schon so viele Jahre dami, hab den direkten Vergleich, ein geimpftes und 2 ungeimpfte Kinder. Ratet mal, wer viel und lange krank war, Asthma, Allergien und Neurodermitis hat?! Die ungeimpften Kinder nicht. Allein die vielen Giftstoffe zerstören nachweislich Nervengewebe und führten in Tierversuchen zu Krankheiten, Entwicklungsstörungen, Krebs und Tod. Meint ihr, vor einem Baby macht das alles Halt? Es steht einem ein so großes Spektrum an Informationsmöglichkeiten zu, die sollte man nutzen. Die Medien erzählen uns nur das was wir wissen dürfen und wofür sie bezahlt werden. Selber aktiv werde, Verantwortung übernehmen. Der Arzt hat das gesagt, also wird es schon richtig sein…das bedeutet Verantwortung an den Arzt abgeben.

      • Mehr als eine Lüge ist das Gute am Impfen auch nicht…
        und die Befürworter nutzen doch auch alles ihnen zur Verfügung stehende, um diese Lüge zu verbreiten, die haben ja auch das Geld dazu…und wir alle bezahlen dafür…mit unserem Geld und unserer Gesundheit.
        Ein Euro für die Forschung, 3 Euro für das Marketing. Wird öffentlich zugegeben.

      • Ein ist es nicht. Aber es kann mehrere Gründe für den Tod geben. Es gibt so etwas wie Multikausalität. Weil ein Kind an einer Impfung stirbt, heißt es nicht, dass es für alle schlecht ist. Es kann ja sein, dass das Kind eine Anomalie in sich hatte und stark auf die Impfung reagierte.
        Da ich mal annehme, dass hier eh nicht viele der Empirie und Statistik zugeneigt sind, würde ich diese ganze ‚Fakten‘ bashing mal überdenken und grundlegend Fragen, was man für sein Kind will und was nicht. Denn hier und auf anderen Seiten (gemeint sind nicht nur Website, auch die andere Arguementationsseite) stellen und beleuchten ihre Sicht in Stastiken eh anders da. Da wird nur ein Wust an Zahlen produziert.
        Also bitte ich um ein wenig Haltung und nicht das verbreiten von populistischen Aussagen

    • Das Problem ist, dass Studiendaten möglicherweise nicht immer verlässlich sind. Der unten stehende Artikel von Bert Ehgartner hat mir schon zu denken gegeben – und Herr Ehgartner ist kein Impfgegner, beleuchtet allerdings kritisch, was an offiziellen Daten vorhanden ist und wie diese zustande kommen. Solche Rationalität ist leider ein sehr rares Gut auf dem Schlachtfeld zwischen Impfbefürwortern und Impfgegnern:
      http://ehgartner.blogspot.de/2011/08/die-tricks-des-robert-koch-instituts.html
      Ansonsten vielen Dank für den tollen Blog-Artikel, Herr Renz-Polster!

  4. Toller Artikel, habe mich immer ungut gefühlt, Eltern nach den Richtlinien zu beraten und vom Familienbett abzuraten.
    Gibt es einen Llink zu den Aufzeichnungen aus dem Schlaflabor?

  5. Ein sehr vielversprechender Blogeintrag, vielen Dank dafür!
    Als ich jedoch an den Punkt kam, an dem es darum ging, dass es praktisch kaum noch SIDS-Fälle ohne Beteiligung vermeidbarer Risikofaktoren gäbe, kam ein schaler Beigeschmack auf. Denn: Doch, die gibt es. Und diese Tatsache macht Angst, da es dann ja jeden treffen kann – nicht bloß jene, die irgendetwas falsch gemacht haben.
    – Für betroffene Eltern sind derartige Pauschalaussagen ein Schlag ins Gesicht. Sie unterstellen subtil eine (Mit-)Schuld. Obwohl sie “alles richtig“ gemacht haben, in einigen Fällen direkten Körperkontakt hatten und selbst sogar wach waren, also auch besonders schnell reagieren konnte. (Warum werden diese Fälle eigentlich nie in Studien miteinbezogen oder zumindest erwähnt?)
    – Eltern insgesamt wiegt es in falscher Sicherheit. Denn es sterben durchaus auch Kinder an SIDS ohne einzigen vermeidbaren Risikofaktor (Alkohol, Rauch, Überhitzung, Bauchlage, kein Stillen, etc), bei denen auch eine eingehende Obduktion keinerlei Auffälligkeiten zeigt.
    – Und das besonders Perfide daran ist, dass – zusätzlich zur subtilen Schuldzuweisung durch diese Darstellung per se – nicht betroffene Eltern die betroffenen in die selbe Ecke stellen. Irgendwas wird schon falsch gemacht geworden sein, denn unvermeidbare Fälle gibt es ja praktisch nicht mehr. Dadurch fühlt man sich selbst auch umgehend wieder etwas sicherer.

    Der dadurch entstehende Beigeschmack ist so bitter, dass ich den Beitrag, der sonst wundervoll ist und wirklich wertvolle Informationen liefert, wohl nicht teilen möchte.

    • Ich gebe es trotzdem so weiter, weise aber IMMER darauf hin, dass es leider auch die rühmlichen Ausnahmen gibt. Es gibt eben Fälle, wo man alles richtig macht, die Kinder aber leider trotzdem versterben. Das liegt nicht in unserer Macht. Trotzdem versuche ich mit den hier getroffenen Aussagen die erste Grundangst zu mindern und die Mütter zu befähigen, auf ihren Bauch zu hören.
      Und auch wenn es Angst macht, ich bin an der Stelle immer ehrlich zu den von mir betreuten Frauen.
      (Ich empfehle dann aber auch, sich mit der Reanimation zu beschäftigen und gebe den Eltern dann auch gleich wieder was praktisches an die Hand.)

    • Bei mir hinterlässt viel eher einen schalen Beigeschmack, dass jemand die von Kindstod betroffenen Eltern „in eine Ecke stellt“ oder ihnen Mitschuld unterstellt. Natürlich wird der Plötzliche Kindstod sehr oft von bestimmten Risikofaktoren ausgelöst, Es wäre aber wohl kaum jemand so geschmacklos, den betroffenen Eltern Nachlässigkeit vorzuwerfen oder anzunehmen, sie hätten selbst Schuld. Die Bereitschaft, allen nicht betroffenen Eltern zu unterstellen, sie würden insgeheim solche Gedanken hegen, finde ich sehr bedenklich.
      Darüber hinaus kann ich mir nicht vorstellen, dass sich nicht betroffenen Eltern durch den Artikel in Sicherheit wiegen. Der Artikel bzw. die Studien nehmen ihnen nur die ständige, von den Medien unterfütterte, Angst, dass sie das SIDS-Risiko durch bedsharing massiv erhöhen und ihr Kind quasi dem sicheren Kindstod ausliefern.

    • Leider muss ich mich Poppilotta voll und ganz anschließen:
      Ein zunächst sehr viel versprechende Blogeintrag, der aber schnell den Eindruck erweckt, dass er nicht gut recherchiert wurde und damit sehr schnell zu einem Schwarz-Weiß-Denken verleitet. Denn grade die Gefahr des SIDS ist bleibt auch weiterhin, dass trotz der bekannten Risiken und Vermeidung dieser, die große Vielzahl der Kinder immer noch ohne jegliche Risikofaktoren der Eltern versterben. Sonst müsste man darauf schließen, dass der plötzlichen Kindestod nur in Familien auftritt, in den geraucht wird, Drogen konsumiert werden oder es zu Alkoholmissbrauch kommt und so schwarz-weiß ist es nun mal nicht, sonst gäbe es sicherlich kaum noch nachweisbare Fälle. „Der dadurch entstehende Beigeschmack ist so bitter, dass ich den Beitrag, der sonst wundervoll ist und wirklich wertvolle Informationen liefert, wohl nicht teilen möchte.“

    • Ja. Es gibt Fälle. Meine Tochter konnte ich durch Zufall noch retten. Ohne Atmung und blau im Gesicht und am Hals. Kind lag im Elternzimmer im eigenen Bett, ohne Kissen, ohne Decke mit Spezialschlafsack. Zimmertemperatur 18°, 4 Wochen alt und noch nicht geimpft. Trotz allem wäre sie ohne Beatmung nicht mehr bei mir. Welche Risikofaktoren also? Mir konnte keiner eine plausible Antwort geben. Dank Überwachungsgerät aus dem Schlaflabor ist sie jetzt 11 Jahre alt.

  6. Similarly breastfeeding was more common among those who co-slept and its protective effect was only found among those who slept alone (OR = 0.3 [95% CI: 0.2–0.5])

    Das Stillergebnis könnte man auch mal korrekter und transparenter darstellen. Solche Aussagen wie „erhöht das Risiko um 50%“ mögen ja mathematisch korrekt sein, verzerren aber das Bild für alle nicht-Statistik erfahrenen Leser. Das sich damit das Risiko von beispielsweise 0,5% auf 0,75% erhöht ist den meisten nicht klar.
    Und Mamas die nicht stillen können machen sich schon genug Vorwürfe.

  7. Danke für den Beitrag! Er spiegelt in etwa das wider, was ich „meinen“ Frauen auch empfehle und weiter gebe. Dafür jetzt Zahlen und Fakten an die Hand zu bekommen, erhöht nochmal die Glaubwürdigkeit. 😉
    Wir hatten übrigens ein Familienbett Marke Eigenbau, welches mit 2,50m Breite genügend Schlafkomfort für alle bot.

  8. Pingback: ♥ Augustwunder und Septemberzwerge 2014 ♥ - Seite 425

  9. Ich kann mich den anderen kommentaren nur anschließen, dass es endlich mal Fakten über den plötzlichen Kindstod gibt. Gerade Paare, die zum ersten mal Eltern werden beschäftigen sich so sehr mit dem Thema, dass sie den Überblick verlieren. kkann diesen Beitrag nur empfehlen.

  10. Es verwundert mich, dass die Tatsache, dass der Plötzliche Kindstod vermehrt nach der Impfungen (besonders 6-fach und Keuchhustenimpfung) auftritt, gar nicht erst erwähnt wird. Hierzu findet man zahlreiche Berichte – auch von betroffenen Eltern, die dies belegen. Es empfiehlt sich sehr, die Nebenwirkungen des Impfens zu hinterfragen. In einigen Beipackzetteln, die man natürlich in der Kinderarztpraxis nicht zu sehen bekommt, ist der plötzliche Kindstod sogar als unerwünschte Nebenwirkung aufgeführt – erstaunlich. In dem Fall ist es egal, in welcher Position das Baby schläft. Glaube keiner Statistik, die du nicht selber gefälscht hast. So sieht es das Paul Ehrlicher Institut auch und nimmt derartige Fälle gar nicht erst auf. Fakt ist, dass in den Ländern mit den meisten Impfungen auch die Säuglingssterblichkeit höher ist, als in Ländern, die ihren Babys weniger Impfungen aufzwingen. Angst ist ein schlechter Berater. Selber informieren und recherchieren, nicht impfen, weil es angeblich alle machen…

  11. Pingback: Neues aus der Forschung: Wie sicher schläft das Baby im Familienbett?

  12. Ich kann mich Anetts Meinung anschließen.
    Studien sind eine ganz tolle Sache. Vor allem, wenn es mehrere, unterschiedliche Studien über eine Sache gibt. Man kann ihnen glauben oder auch nicht. Nachhaltige Fakten bringen Studien bisher jedoch nicht.
    Studien führen zu Suggestion oder Beeinflussung der Menschheit. Sie führen dazu, Schuld bei jemanden zu finden, der sich nicht daran gehalten hat, was die vermeintlich wirklich tolle und aufwändig erarbeitete Studie festgestellt hat. Somit wird einem suggeriert, selbst Fehler gemacht zu haben. Fehler im System, ob im deutschen oder in anderen Ländern, werden weitestgehend außer Acht gelassen. So ist es mit unserer viel zu fleischlastigen Ernährung oder mit dem ach so tollen Fluorid im Trinkwasser, in Babynahrung oder Zahnpasta oder eben auch mit Impfungen, deren tatsächlicher Nutzen ebenfalls durch die vielen unterschiedlichen Studien fraglich ist.
    Vielmehr sind es die Erfahrungen, die Eltern mit ihren Babys machen und die Ohnmacht, denen Eltern in solchen Fällen ausgesetzt sind sowie die Vorwürfe der Umwelt, die einem suggerieren, sich nicht an präventive Vorgaben gehalten zu haben und somit selbst Schuld ist.
    Ich betreue seit 14 Jahren Babys Tag und Nacht. Ich habe Eltern erlebt, die ihr Baby am plötzlichen Kindstod verloren haben. Babys im Alter von 3 Monaten, 4 Monaten, aber auch mit 8 Monaten, die meist im Schlaf einfach aufgehört haben, zu atmen. Egal wie und wo sie gelagert waren. Im eigenen Bettchen, im Tragetuch beim Walking oder mit Papa auf der Couch. Die Trauer der jeweiligen Mütter/Eltern/Angehörigen ist unendlich.
    Jeder Tod wirft unendlich viele Fragen auf. Ob nun SIDS oder Krebstod oder Unfalltod. Natürlich hätte man gerne DIE Antwort auf die Frage WARUM?. Aber genau DIE Antwort zu finden, ist wie eine Nadel im Heuhaufen zu finden. Und dann kommen solche Studien, die man dann gerne glaubt oder auch nicht.
    Aus meiner langjährigen Erfahrung kann ich heute mit Sicherheit sagen, dass alle meine Babys z.B. bisher immer geimpft wurden. Sie schliefen alle niemals auf dem Bauch. Es wurde niemals im Beisein von Babys oder im Schlafzimmer geraucht. usw. Aber, alle Babys hatten jeweils nach einer Impfung mal mehr, mal weniger Nebenwirkungen. Seit 6 Jahren überwachen wir unsere Babys mittels dem einfachen Angelcare AC 401 mit Sensormatten. Auch dieses wird manchmal verpönt. Uns hat es jedoch einige Male lautstark gewarnt. Und immer in Verbindung nach einer Impfung. Nicht nachvollziehbar? Ich denke schon. Zuletzt konnte ich ein Baby, dass schon kalt und starr war, noch retten. Es lag auf dem Rücken, im Schlafsack, 19 Grad im Zimmer, luftoffenes Bett, sonst völlig gesund usw. (alles präventive Faktoren). Nicht auszudenken, wenn wir solch ein Warngerät nicht hätten (übrigens auch eine präventive Maßnahme). Dieses Baby hatte 2 Wochen zuvor im Alter von 4 Monaten ihre erste 8-fach Impfung bekommen. Man muss sich das mal vorstellen. Eine 8-fach-Impfung! Tetanus, Diphterie, Pertussis, Polio, influenza b, Hepatitis B, Pneumokokken, Rotaviren an einem Tag in 2 Oberschenkel injiziert. Das Baby hatte erst keine erkennbaren Nebenwirkungen, kein Fieber, trank jedoch weniger und schien von Tag zu Tag immer anhänglicher und schwächer zu werden, wollte nur noch herum getragen werden. Der Höhepunkt kam dann eines Nachts, 2 Wochen nach der Impfung. 30 Sekunden ohne Atmung. Schrecklich, jedoch überlebt. Am nächsten Tag dann endlich mal Fieber, eine Reaktion, die hoffen ließ, dass es gegen die dem Baby injizierten Viren ankämpfen kann. Laut Ärzte, keine Schäden davon getragen. Wir hatten Glück, aber es waren doch ziemlich schlimme Schrecksekunden.
    In einer amerikanischen Studie wurde in einigen SIDS-Fällen von einer Hippocampus-Anomalie berichtet, eine Region, die u.a. über eine neurologische Verbindung mit dem Hirnstamm die Atmung, Herzfrequenz und Körpertemperatur beeinflusst. „Das Muster der krankhaften Veränderungen im Gyrus dentatus lässt uns vermuten, dass es irgendwann eine Entwicklungsstörung in einer späten fötalen Phase oder in den Monaten nach der Geburt gegeben hatte“, so Dr. Kinney. Quelle: http://www.kinderaerzte-im-netz.de/news-archiv/meldung/article/ploetzlicher-kindstod-gehirnanomalie-bei-betroffenen-kindern-gefunden/

    Fakt ist, dass der plötzliche Kindstod auch in Studien lediglich Vermutungen bzw. Hypothesen anhand von Erfahrungen anderer aufzeigt. Erst, wenn Mediziner in der Lage sind, die wirklichen Ursachen anhand z.B. einer Obduktion, herauszufinden und diese auch mit aller Wahrheit an die Öffentlichkeit bringt, erst dann werden wir den AHA-Effekt erleben. Bis dahin sind nur Spekulationen möglich.
    Manchmal tut die Wahrheit weh und unser System würde mit einem Knall zusammenbrechen, Pharmakonzerne würden an Glaubwürdigkeit verlieren, Politiker müssten Grundsätzliches ändern, was natürlich mit erheblichen Kosten verbunden wäre.
    Ob wir das noch erleben werden? Auf jeden Fall hilft es niemanden, anhand von „Vermutungen“ oder Studien irgendjemandem die Schuld für den plötzlichen Kindstod eines Babys zu geben. Präventive Faktoren zu beachten, ist sinnvoll, schützt aber nicht immer.
    Ich wünsche allen Betroffenen viel Kraft und liebe Menschen an ihrer Seite, die sie in ihrer Trauer unterstützen.

  13. Was mich bei diesen Diskussionen immer beschäftigt: SIDS, per definitionem, bedeutet, dass wir *nicht* wissen, woran das Kind gestorben ist. In den Fällen, in denen das Kind aber auf Sofa, Wasserbett oder dergleichen verstirbt, nehme ich aber folgendes an: das Kind ist erstickt, schlicht aus dem Grund, weil es noch nicht stark genug ist, im entsprechenden Moment, wenn die Nase zugedeckt wird, entsprechend zu drehen. Und in den Fällen, in denen ein non-caregiver involviert ist oder der caregiver unter Einfluss von Drogen, Alkohol, oder Schlafmitteln stand, geht es da nicht darum, dass die sich auf das Kind, das noch zu klein ist sich zu wehren, drauflegten? Denn warum sonst, sollten diese Fälle ein größeres Risiko bilden für einen unerklärlichen Tod ohne Auslöser?
    Und was ich in dem Artikel oben vermisse: ist es nicht vielmehr so, dass die körperliche Nähe zur Mutter die Körpertemperatur, Atmung und Herzschlag des Kindes positiv mit reguliert? Sollte in diesem Zusammenhang nicht auch die eindeutigen Erfahrungen von Kangaroo-Care zur Sprache kommen?
    Über eine Antwort würde ich mich sehr freuen, würde die Diskussion nämlich endlich gerne besser verstehen.

  14. Pingback: Neue Erkenntinsse zum plötzlichen Kindstod (SIDS) ? | Maternita - Maternity Concierge & Baby Planner

  15. Pingback: 26 Entscheidungen, die du in den ersten 48 Stunden nach der Geburt deines Babys treffen musst - Mama-Baby-Vision

  16. Es ist ziemlich witzig, solche Artikel zu lesen.
    Meine Frau und ich entscheiden seit der Geburt unseres Kleinen so ziemlich alles nach unserer Intuition.
    Der Kleine wurde knapp zwei Jahre lang gestillt, schläft mit 2,5 Jahren immer noch in unserem Bett (sehr glücklich dabei), den Kinderwagen konnten wir nach einer Woche im Keller stehen lassen, weil wir das Tragetuch für uns entdeckt haben, wir haben Sagrotan und co. aus unserem Haushalt verbannt etc…
    Und immer wieder stoße ich (meist durch Zufall oder meine Frau) auf Artikel wie diesen, die mir Studien und wissenschaftliche Fakten präsentieren, die mit viel Text bestätigen, dass ich alles richtig gemacht habe.
    Für mich steht fest, dass wir weiterhin die Entscheidungen für unsere Kinder nach Bauchgefühl treffen werden, das ist eh immer das Richtige.

    • Hier ist nichts witzig, sparen Sie sich bitte diese Geschmacklosigkeit.
      Es freut mich, dass Sie zu den Glücklichen gehören, denen ein lebendes Kind erhalten bleibt. Ob Sie das Ihrem Tragetuch zu verdanken haben oder nicht wird wohl Spekulation bleiben – Ihnen wird aber klar sein, dass solch ein Erfahrungsbericht nicht für allgemeine Rückschlüsse taugt.

  17. Danke für den tollen Artikel. Es beruhigt mich doch ungemein…
    leider falle ich on eine zwischenkategorie…unser nun mittlerweile 10 monate alte Knirps schläft ab dem ersten stillen nachts dann immer bei uns…da will er partout ni mehr in sein Bett (obwohl er mittlerweile alleine eigtl besser schläft)…zählen wir dann auch unter eine risikogruppe oder sind we dadurch gewohnheits-elternbett-Eltern? XD

    • nein, das gehört zum „Routine“ co-sleeping, Sie sind von dem her in keiner besonderen Risiko-Gruppe, und mit 10 Monaten gibt es sowieso keine Befürchtungen mehr, wenn nicht ganz grobe Risiken vorliegen (z.B. Suchtproblematik oder Rauchen direkt im Bett).

  18. Ich finde den Artikel schlicht gesagt richtig schlecht….Denn ich bin betroffen vom plötzlichen kindstod… Ich habe gestillt mein Kind hat in seinem eigenen Bettchen bei uns im Zimmer geschlafen und es war weder Nikotin Alkohol oder sonstige Drogen im Spiel… Und mein Kind ist trotzdem gestorben… Das sind alles nur Theorien die hier aufgestellt werden…die Eltern was betroffen sind stellt man in die Ecke von die was Eltern werden wollen den gibt man Angst alles richtig zu machen…

    • NEIN, genau darum geht es mir NICHT – irgend jemand ein schlechtes Gewissen zu machen. Es tut mir total leid für Sie!! Aber dieser Artikel dreht sich um die Frage des gemeinsamen Schlafens IM ELTERNBETT, und gerade da wird viel grundsätzliche Angst verbreitet – oft mit Hinweis darauf, dass das Schlafen im eigenen Bett GRUNDSÄTZLICH sicherer wäre. Dass auch Babys im eigenen Bett nicht immer sicher sind, haben Sie auf die schlimmste Art erfahren die man sich vorstellen kann. Noch mal: das tut mir von Herzen leid für Sie und Ihre Familie, ich habe mit diesem Artikel keinerlei Vorwurf an Eltern gedacht, geschrieben oder empfunden.
      Herzlicher Gruß
      Herbert Renz-Polster

  19. Ich finde den Artikel grundsätzlich gelungen. Eine Sache störrt mich aber trotzdem.

    Hier wird damit aufgeräumt, dass Das Elternbett gefährlich sein soll, im nächsten Atemzug wird auf die Gefahr des auf dem Bauch schlagend aber weiter beharrt. Dabei gilt für mich in dem Fall das Gleiche. Es gibt keine Studie die den Unterschied zwischen üblichen Bauchschläfern und Ausnahmen erhebt.
    Bei Risikofaktoren wie Kissen, Alkohol und Drogen ist es für mich alles ok, dies kann man verhindern und der normale Menschenverstand sagt einem das es nicht gut tun kann.
    Aber was mach ich wenn mein Kind auf dem Bauch viel besser, ruhiger und tiefer schläft? Lege ich mein Kind mit schlechten Gewissen und Schuldgefühlen auf den Bauch oder quäle ich mich durch unruhige Nächte in Rücken Lage? Und was ist wenn ich dann einmal überlastet eine ausnähme mache und damit das Risiko vielleicht sogar über das der dauer-Bauchschläfer steigt?

    Außerdem finde ich es schade, dass solche Risikofaktoren sich immer auf den plötzlichen Kindstötung beziehen, der höchstwahrscheinlich gar nicht eine Ursache hat, sondern nur bedeutet ein Baby ist gestorben und keine Todesursache bekannt, da können auch genetische Mutationen eine Rolle spielen. Und alle versteifen sich immer auf diese eine „Todesursache“ die eig gar keine ist.

    Ich denke man sollte mit solchen Empfehlungen vorsichtig sein. Den Risikofaktoren sagen noch lange nicht, dass ein Kind an eben diesem stirbt, sondern nur das mehr Kinder auf diese Weise aufgefunden werden, oder zumindest die Eltern diese Angabe machen. Eine Kausalität ist nicht bestätigt. Wie sagte mein Professor: im Sommer wird mehr Eis konsumiert und mehr Menschen ertrinken. Bedeutet das wenn ich kein Eis mehr esse sinkt mein Risiko zu ertrinken?

    Und wie immer sagen Statistiken über Einzelschicksale nichts aus.

    • Ja, da haben Sie bestimmt Recht – die Bauchlage ist möglicherweise für sich allein keine Ursache für SIDS, aber die epidemiologische Entwicklung der letzten 25 Jahre spricht dafür, dass sich vielleicht andere Risiken in Bauchlage stärker manifestieren. Im Einzelfall weiss man das tatsächlich nicht, und Eltern quälen sich möglicherweise umsonst, wenn sie ihr Baby zu einem Rücken- oder Seitenschläfer machen wollen. In anderen (sicherlich deutlich selteneren) Fällen aber profitiert ein möglicherweise anderweitig vulnerables Baby davon, dass es eben nicht in Bauchlage schläft… Das macht die Beratung so schwierig, weil man im Einzelfall ja tatsächlich nicht weiss, was der richtige Rat wäre.

  20. Mir leuchtet bei dieser ganzen Diskussion eines nicht ein: Co sleeping ist sicher, wenn das Bett sicher ist. D. H keine Gefahr dass das Baby unter Kissen und Decken gerät. Theoretisch sehr einleuchtend. Und wie schläft ihr in der Praxis wenn euer bett sicher ist?
    – Ohne Decke und Kissen auf bloßer Matratze?
    – Oder mit Decke, aber das Kind außer Reichweite im eigenen Schlafsack?
    Ich praktiziere Elternbett aus Bequemlichkeit weil mein Kind von Anfang diese fordert. Wir schlafen mehr als abenteuerlich weil mein Kind körperkontakt braucht und ich eine Decke und ein Kissen. Das einzige was wir konsequent geschafft haben zu vermeiden ist die bauchlage, Nikotin Alkohol und Drogen. Zu Anfang lag mein Sohn in Rückenlage auf meinem Bauch, unter der Decke im Schlafsack. Ich habe ihm mehrmals die Decke im Schlaf über den Kopf gezogen. Unter die Decke musste er, weil er mich spüren wollte. Meine Wärme und meinen Herzschlag. Schlafsack musste sein weil ich es im Laufe der Nacht dann geschafft habe, ihn neben mich zu legen. Seine Beine waren aber immer noch auf meinen Beinen, die Decke aber nur halb. Seitdem er 8 Monate alt ist, schläft er umgeben von einer stillkissenwurst; die mir dabei behilflich ist, ihn im Schlaf zu stillen. Denn das verlangt er seit Geburt bis jetzt wo er 13 Monate ist, zweistündlich.
    Hätte ich ihn im Schlafsack außer Reichweite meiner decken gelegt und zum stillen auf den Arm genommen, hätte er auch gleich im beistellbett bleiben können, in das ich ihn mit 8 monatigem Kampf nie hereinbekommen habe. In der Theorie alles falsch gemacht, in der Praxis der einzig praktikable Weg…..
    Und wie bewertet die studienlage die Realität im familienbett?

    • @Franny: „In der Theorie alles falsch gemacht“… schreiben Sie. Nein, eben nicht. Sie haben alle bekannten und in der SIDS-Forschung unbestrittenen Risiken vermieden:
      – kein alkohol
      – kein nikotin
      – keine drogen
      – kein Sofa, sessel etc
      – keine Flaschenernährung
      – keine bewusste Platzierung in Bauchlage
      – kein Schlafen mit „non-caregivers“

      Damit ist Ihr Kind in einer extrem sicheren Kategorie. Die Zahl der SIDS-Fälle ist in dieser Kombination so selten, dass kein Forscher einen möglichen Einfluss weiterer Risiken (wie Kissen) quantifizieren kann (wenn es überhaupt einen solchen gibt). Mit 8 Monaten ist das Risiko unter diesen Bedingungen komplett zu vernachlässigen.

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  24. Lieber Herr Renz-Polster,
    als Hebamme bin ich sehr sehr dankbar für Ihre Veröffentlichungen.
    Schon seit Jahren „erlaube“ ich Eltern bei den Wochenbettbesuchen, ihr Baby mit ins große Bett zu nehmen, wenn dort gesunde Bedingungen herrschen. Und kann mir schon immer nicht vorstellen, daß das, was Neugeborene so sehr einfordern und der Mutterinstinkt sagt, gefährlich sein soll!
    Ich wäre froh über eine einfache Zusammenfassung des aktuellen Wissensstandes , die Eltern so schriftlich ausgehändigt werden könnte, denn leider wird in den meisten Ratgebern immer noch vor dem Cosleeping gewarnt.
    Beste Grüße,
    Heike

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  29. Das Risiko für den Plötzlichen Kindstod ist eindämmbar, jedoch ist es nicht vermeidbar.
    Der Satz ‚In vielen neueren Studien lässt sich praktisch kein SIDS-Fall mehr finden, bei dem nicht ein besonderes, meist vermeidbares Risiko vorgelägen hätte.‘ tut mir besonders weh, mein Kind war 4 Monate alt, der einzige Risikofaktor war sein Geschlecht. Wir haben alles richtig gemacht, alle Risikofaktoren ausgemerzt, trotzdem hat mein Kind im Alter von 4 Wochen einfach aufgehört zu Atmen. Allerdings nicht im Bett, sondern beim Einschlafen auf meinem Arm. Sofort verständigte Rettungskräfte konnten nichts mehr tun, Autopsie ergab ‚plötzlicher Kindstod‘.
    Egal ob Elternbett oder Stubenwagen, manchmal ist es nicht vermeidbar und ich glaube, wir sollten alle aufhören uns deswegen verrückt zu machen, wenn das Kind die Nähe möchte, sollten wir es zulassen.

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